Gesundes Sitzen ist kein Komfortthema, sondern eine biomechanische Notwendigkeit. Bereits nach kurzer Zeit statischen Sitzens verliert die Wirbelsäule an Stabilität, Bewegung ist der entscheidende Faktor für langfristiges, gesundes Sitzen.
Was bedeutet gesund sitzen aus medizinischer Sicht
Aus medizinischer Sicht ist Sitzen eine dauerhafte Hüftbeugestellung, die mehrere Systeme gleichzeitig beeinflusst: die Lendenwirbelsäule, das Becken, die Hüftgelenke und die tiefe Rumpfmuskulatur.
Wird das Becken im Sitzen nach hinten gekippt, reduziert sich die physiologische Lordose der LWS. Dadurch steigt der intradiskale Druck, während stabilisierende Muskeln wie der Musculus multifidus (Rückenmuskel) und der transversus abdominis (Bauchmuskel) an Aktivität verlieren.
Gleichzeitig führt statisches Sitzen zu einer verminderten Diffusion von Nährstoffen in die Bandscheiben. Bewegung ist notwendig, um den Stoffwechsel der Bandscheiben aufrechtzuerhalten.
Aktives Sitzen ernährt die Bandscheiben und trainiert die tiefliegende Muskulatur. Mit den Bergardi-Aktivstühlen geschieht das ganz gezielt im Bereich der Lendenwirbelsäule.
Wie sitzt man richtig im Büroalltag
Die Frage, wie sitzt man richtig, lässt sich nicht mit einer einzigen Sitzposition beantworten. Richtiges Sitzen ist immer dynamisch.
Die richtige Ausgangsposition
Füße stehen flach am Boden, die Knie befinden sich etwa auf Hüfthöhe oder minimal darunter. Das Becken ist leicht nach vorne aufgerichtet, der Oberkörper bleibt aufrecht ohne ins Hohlkreuz zu fallen.
Diese Position ist kein Dauerzustand, sondern der Ausgangspunkt für Bewegung.

Abstand und Sitzfläche
Zwischen Sitzkante und Kniekehle sollten etwa zwei Finger Platz bleiben. Eine zu tiefe Sitzfläche begünstigt das Kippen des Beckens nach hinten und erhöht die Belastung der LWS.
Richtige Sitzhaltung – die 5 wichtigsten Regeln
Regel 1: Die nächste Bewegung ist immer die beste. Es gibt keine perfekte Sitzhaltung. Jede Position wird ungesund, wenn sie zu lange gehalten wird. Regelmäßige Positionswechsel entlasten Bandscheiben und halten Muskulatur aktiv.
Regel 2: Sitzhaltung beginnt im Becken, nicht im Rücken. Ein aufgerichtetes Becken ermöglicht eine natürliche LWS Krümmung. Wird das Becken fixiert oder kippt nach hinten, folgt der Rundrücken automatisch.
Regel 3: Rückenlehne und Armlehnen nur situativ nutzen. Dauerhafte Nutzung von Armlehnen und Rückenlehne reduziert die Aktivität der Rumpfmuskulatur. Sie sollten entlasten, nicht tragen. Aktives Sitzen heißt zeitweise ohne Abstützung.
Regel 4: Sitzen darf muskulär spürbar sein. Gesundes Sitzen fühlt sich nicht völlig entspannt an. Eine leichte, wechselnde Muskelaktivität ist physiologisch sinnvoll und erwünscht.
Regel 5: Bewegung muss automatisch passieren. Je weniger du bewusst korrigieren musst, desto besser. Idealerweise entsteht Bewegung durch das Sitzsystem selbst, nicht durch ständige Eigenkontrolle.
Typische Fehler beim Sitzen
Viele Menschen glauben, sie sitzen richtig, obwohl sie unbewusst typische Fehler machen:
Langes Zurücklehnen ohne aktive Aufrichtung
Dauerhaftes Sitzen ohne Positionswechsel
Zu weiche oder zu tiefe Sitzflächen
Starre Bürostühle ohne Bewegungsfreiheit
Diese Faktoren führen dazu, dass gesundes Sitzen im Alltag nicht umgesetzt wird, selbst wenn ein ergonomischer Stuhl vorhanden ist.

Aktives Sitzen: Der Schlüssel zu langfristiger Rückengesundheit
Aktives Sitzen hingegeben beschreibt ein Sitzkonzept, bei dem Bewegung bewusst ermöglicht und gefördert wird. Dabei geht es nicht um große Bewegungen, sondern um feine, rhythmische Verlagerungen aus dem Becken heraus. Medizinische Untersuchungen zeigen, dass aktives Sitzen die Aktivität der tiefen LWS Muskulatur erhöht und die Durchblutung im Beckenbereich verbessert. Gleichzeitig sinkt die statische Belastung auf Bandscheiben und kleine Wirbelgelenke.

Warum klassische Bürostühle gesundes Sitzen oft verhindern
Die meisten klassischen Bürostühle sind auf Komfort ausgelegt. Weiche Polster, breite Sitzflächen und stark stützende Lehnen fördern passives Sitzen. Kurzfristig fühlt sich das angenehm an, langfristig verliert der Körper jedoch an Stabilität. Ein Bürostuhl unterstützt häufig den Rücken, ohne das Becken aktiv einzubinden. Genau hier entsteht das Problem: Die tiefe Muskulatur wird abgeschaltet, während passive Strukturen die Last tragen.
Wie Bergardi gesundes Sitzen unterstützt
Die Bergardi Stühle verfolgen einen anderen Ansatz. Die patentierte Smart Moving Technologie ermöglicht eine gezielte laterale Bewegung aus dem Becken. Diese Bewegung erfolgt kontrolliert und stabil, nicht instabil wie bei einem Gymnastikball.
Dadurch wird:
Die tiefe Muskulatur der Lendenwirbelsäule aktiviert
Das Becken automatisch aufgerichtet
Die Wirbelsäule in Bewegung gehalten
Die Durchblutung im Sitzalltag verbessert

Die Bewegung findet bewusst auf einer lateralen Achse statt und trainiert gezielt den unteren Rücken im Bereich der LWS. Gesund sitzen wird so nicht zur bewussten Aufgabe, sondern geschieht automatisch im Alltag.
Gesund sitzen im Home Office und Büro umsetzen
Gesundes Sitzen entsteht nicht durch einen einzelnen Faktor. Die Kombination aus Sitzsystem, Arbeitsplatzhöhe und Bewegungspausen ist entscheidend. Empfehlungen für den Alltag: Sitzposition regelmäßig verändern mindestens einmal pro Stunde aufstehen Sitzsystem wählen, das Bewegung zulässt Beckenposition bewusst wahrnehmen. Ein dynamischer Stuhl kann dabei helfen, diese Prinzipien dauerhaft umzusetzen, ohne zusätzlichen Zeitaufwand.
Aktives Sitzen kombiniert Stabilität und Bewegung und unterstützt die natürliche Funktion der Wirbelsäule. Bergardi Stühle integrieren dieses Prinzip direkt in den Alltag und machen gesundes Sitzen über viele Stunden möglich.