Hws-Syndrom: Ursachen und Übungen

Hws-Syndrom: Ursachen und Übungen

Veröffentlicht am von Thomas Riegler

Zuletzt aktualisiert am

Das HWS-Syndrom betrifft viele Menschen, die unter Nackenschmerzen, Bewegungseinschränkungen oder chronischen Verspannungen im oberen Rücken leiden. Besonders Personen, die viel sitzen oder häufig auf Bildschirme und Smartphones blicken, entwickeln im Laufe der Zeit Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule. Die Symptome reichen von einem steifen Nacken und Spannungskopfschmerzen bis hin zu Kribbeln in den Armen oder Schwindelgefühlen.

In den meisten Fällen lässt sich aktiv etwas gegen diese Beschwerden tun. Ohne Medikamente oder invasive Behandlungen. Hier erfährst du, was genau hinter dem HWS-Syndrom steckt, welche Ursachen häufig dahinterstehen und welche Übungen, Maßnahmen und Verhaltensänderungen wirklich helfen. Wir zeigen dir nicht nur konkrete Soforthilfen, sondern auch, wie du mit einem ergonomischen und bewegten Lebensstil langfristig deine Beschwerden in den Griff bekommst.


Was ist das HWS-Syndrom?

Beim Halswirbelsäulen-Syndrom (HWS-Syndrom) handelt es sich um einen Sammelbegriff für funktionelle oder strukturelle Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule, die sich durch Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder neurologische Symptome äußern können. Typischerweise entstehen die Beschwerden durch muskuläre Dysbalancen, fasziale Verspannungen, Blockierungen der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) oder degenerative Veränderungen wie Bandscheibenverschleiß oder Arthrose. Auch eine Instabilität der HWS, ausgelöst durch langanhaltende Fehlhaltungen, wie im Sitzen oder Stehen, kann zu Reizzuständen an Nerven und Muskeln führen. In schweren Fällen kann es zu einer Reizung der Spinalnerven oder einer Einengung des Spinalkanals kommen – mit ausstrahlenden Schmerzen in Schulter, Arm oder Hinterkopf.

Akutes, chronisches und degeneratives HWS-Syndrom

Nicht jedes HWS-Syndrom verläuft gleich. Mediziner unterscheiden grob drei Verlaufsformen. Ein akutes HWS-Syndrom tritt meist plötzlich auf, häufig nach einer ungünstigen Bewegung, Zugluft oder einer Nacht in falscher Schlafposition, und klingt in der Regel innerhalb weniger Tage bis zu zwei Wochen wieder ab. Bleiben die Beschwerden länger als drei Monate bestehen oder kehren sie immer wieder zurück, spricht man von einem chronischen HWS-Syndrom. Dieses entsteht meist schleichend durch jahrelange Fehlbelastung, Bewegungsmangel oder unbehandelte muskuläre Dysbalancen. Beim degenerativen HWS-Syndrom liegt zusätzlich ein struktureller Verschleiß der Bandscheiben oder Wirbelgelenke vor, oft altersbedingt oder durch jahrelange Fehlhaltung begünstigt. Diese Form verläuft in der Regel chronisch und sollte fachärztlich begleitet werden.

Oberes und unteres HWS-Syndrom

Zusätzlich wird zwischen einem oberen HWS-Syndrom und einem unteren HWS-Syndrom unterschieden, je nachdem, welcher Abschnitt der Halswirbelsäule betroffen ist. Beim oberen HWS-Syndrom stehen Beschwerden im Bereich der oberen Halswirbel (C0–C3) im Vordergrund, häufig begleitet von Kopfschmerzen, einem Spannungsgefühl an der Schädelbasis oder gelegentlichem Schwindel. Beim unteren HWS-Syndrom sind eher die unteren Halswirbel (C4–C7) betroffen, was sich oft durch Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich sowie ausstrahlende Beschwerden in Arm oder Hand bemerkbar macht. Diese Unterscheidung ist auch für die Wahl der passenden Übungen bei oberem HWS-Syndrom relevant, da hier gezielt die kurzen Nackenmuskeln und die obere Kopfgelenksregion mobilisiert werden sollten, während beim unteren HWS-Syndrom eher die Schulter-Nacken-Muskulatur im Fokus steht.


HWS-Syndrom Symptome im Überblick

  • Verspannter oder steifer Nacken
  • Kopfschmerzen bei HWS-Syndrom, die bis in die Stirn oder Schläfe ausstrahlen können
  • Bewegungseinschränkungen im Schulter-Nacken-Bereich
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Armen oder Fingern
  • Schwindel bei HWS-Syndrom, Ohrgeräusche oder Sehstörungen (seltener)
  • Gelegentliche Übelkeit bei HWS-Syndrom, meist in Verbindung mit Schwindel oder starker Verspannung

Die Symptome des HWS-Syndroms können je nach Ursache und Schweregrad sehr unterschiedlich ausfallen. Während viele Betroffene zunächst nur einen verspannten oder steifen Nacken verspüren, können sich die Beschwerden rasch auf andere Körperbereiche ausweiten. Besonders bei längerer Belastung oder unbehandelten Ursachen treten oft Begleitsymptome wie Spannungskopfschmerzen, Missempfindungen in den Armen oder sogar Schwindel auf.

Wohin strahlt das HWS-Syndrom aus? Je nach betroffenem Wirbelsäulenabschnitt können sich die Beschwerden in unterschiedliche Richtungen ausbreiten: vom Nacken über die Schultern bis in die Arme und Hände, aber auch nach oben in den Hinterkopf, die Schläfen oder hinter die Augen. Diese Ausstrahlung entsteht, weil gereizte Nervenwurzeln oder verspannte Muskeln Schmerzsignale entlang ihres Versorgungsgebiets weiterleiten.

HWS-Syndrom - was ist das?

Ursachen für HWS-Schmerzen

HWS-Beschwerden entstehen häufig durch einseitige Belastung, langes Sitzen oder Fehlhaltungen:

Typischerweise betroffen sind Menschen, die täglich viele Stunden am Schreibtisch verbringen oder beruflich bedingt in statischer Haltung arbeiten, etwa im Büro, im Gesundheitswesen oder im Transportwesen. Auch jüngere Personen entwickeln zunehmend Beschwerden, vor allem durch den sogenannten Handynacken, der durch ständiges Nach-unten-Schauen auf Smartphones entsteht. Fehlbelastungen im Schlaf, chronischer Stress und ein Mangel an stabilisierender Tiefenmuskulatur verschärfen die Problematik zusätzlich.
Typische Ursachen im Überblick:

  • Handynacken: durch ständiges Nach-unten-Schauen auf Displays
  • Ungünstige Schlafposition oder zu hohes Kopfkissen
  • Stressbedingte Muskelverspannung
  • Bewegungsmangel und schwache Tiefenmuskulatur

Welcher Arzt hilft bei HWS-Syndrom?

Halten die Beschwerden länger als ein bis zwei Wochen an, werden sie stärker oder kommen Symptome wie Kribbeln, Kraftverlust im Arm oder starker Schwindel hinzu, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Die naheliegende erste Anlaufstelle ist die Hausärztin oder der Hausarzt, die orthopädische Praxis oder eine Fachpraxis für Physikalische Medizin. Bei diesen Stellen wird zunächst die Ursache der Beschwerden eingegrenzt und über weitere Schritte entschieden.

Zu welchem Arzt bei HWS-Syndrom man letztlich überwiesen wird, hängt von den Symptomen ab. Treten neurologische Auffälligkeiten auf, etwa anhaltendes Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schwäche in Arm oder Hand, wird häufig eine neurologische Abklärung empfohlen. Was macht ein Neurologe bei HWS-Syndrom? Er prüft Nervenfunktion, Reflexe und Sensibilität, um eine Reizung oder Einengung von Nervenwurzeln auszuschließen oder gezielt zu behandeln, und kann bei Bedarf weiterführende Bildgebung wie ein MRT veranlassen. In den meisten Fällen eines unkomplizierten HWS-Syndroms reicht jedoch eine konservative Behandlung aus Physiotherapie, gezielten Übungen und Verhaltensanpassungen im Alltag völlig aus.

HWS-Syndrom Behandlung bedeutet also selten Medikamente oder Operationen, sondern meist einen Mix aus manueller Therapie, Physiotherapie, Wärmeanwendungen und einem aktiveren Alltag. Nur in seltenen, klar abgegrenzten Fällen mit strukturellen Ursachen kommen weitergehende Maßnahmen infrage.


Was tun bei einem steifen Nacken?

Ein steifer Nacken ist ein Warnsignal – ignoriere ihn nicht. Was tun bei HWS-Syndrom in der akuten Phase? Erste Maßnahmen:

  • Wärmeanwendungen (z. B. Kirschkernkissen)
  • Leichte Mobilisationsübungen
  • Vermeidung starrer Positionen
  • Sanfte Massage oder Faszienrolle

Tipp: Bleibe in Bewegung – Schonhaltung verschlimmert die Situation oft.


Was darf man beim HWS-Syndrom nicht machen?

Was darf man bei HWS-Syndrom nicht machen? Grundsätzlich gilt: Vermeide alles, was den Nacken abrupt belastet oder über einen längeren Zeitraum in eine starre, gebeugte Position zwingt. Dazu zählen ruckartige Kopfdrehungen, das stundenlange Verharren mit gesenktem Kopf über dem Smartphone, schweres Heben mit rundem Rücken sowie intensives Krafttraining mit Kopfüberstreckung ohne vorherige Aufwärmphase. Auch eine dauerhafte Schonhaltung ist wenig hilfreich, da sie die Muskulatur eher schwächt als entlastet.

Etwas anders zu bewerten ist die Situation bei einem Bandscheibenvorfall der HWS. Hierbei handelt es sich um eine eigenständige, strukturelle Diagnose, die von einem einfachen HWS-Syndrom abzugrenzen ist. Die Frage was darf man bei einem Bandscheibenvorfall HWS nicht machen, lässt sich daher nicht pauschal beantworten, sondern hängt von Lage und Ausprägung des Vorfalls ab. Wie lange ein Bandscheibenvorfall der HWS braucht, bis er ausgeheilt ist, ist ebenfalls individuell sehr unterschiedlich. Wenn ein Bandscheibenvorfall bereits diagnostiziert wurde oder du entsprechende Symptome vermutest, solltest du Belastung, Übungen und Alltagsverhalten in jedem Fall mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Physiotherapiepraxis abstimmen, statt dich auf allgemeine Tipps zu verlassen.

Ist das HWS-Syndrom heilbar? Ein unkompliziertes, funktionelles HWS-Syndrom ist in den allermeisten Fällen gut behandelbar und bildet sich mit den richtigen Maßnahmen vollständig zurück. Bei chronischen oder degenerativen Verläufen lässt sich die Ursache zwar nicht immer vollständig beheben, die Beschwerden können aber durch Bewegung, Übungen und einen angepassten Alltag meist deutlich reduziert werden.


Effektive Übungen gegen das HWS-Syndrom

Diese Übungen sind einfach, alltagstauglich und eignen sich als Übungen bei HWS-Syndrom für zuhause ganz ohne Geräte. Sie kombinieren Mobilisation, isometrische Übungen bei HWS-Syndrom und gezielte Dehnübungen bei HWS-Syndrom und richten sich sowohl an ein oberes als auch an ein unteres HWS-Syndrom.

 

1. Mobilisation der Halswirbelsäule – sanfter Einstieg

Diese Übung verbessert die Beweglichkeit deiner Nackenmuskulatur und wirkt wie ein "Reset" bei steifen Bewegungen.

So geht's:

  • 1Setze dich aufrecht auf einen Stuhl, ohne dich anzulehnen.
  • 2Drehe den Kopf langsam nach rechts, bis du einen leichten Widerstand spürst – nicht überstrecken!
  • 3Halte kurz inne, dann zurück zur Mitte.
  • 4Dasselbe zur linken Seite.

Wiederholungen: 10–15 pro Seite, in fließender, langsamer Bewegung.

Tipp: Atme bewusst aus, wenn du zur Seite drehst – das hilft, Spannungen zu lösen. Kein Rucken oder schnelles Drehen!

Mobilisation der Halswirbelsäule
Dieses Bild wurde mit KI erstellt

Mobilisation des Nackens durch Drehbewegungen

2. Isometrische Nackenkräftigung – tief liegende Muskeln aktivieren

Diese isometrische Übung stärkt die Haltemuskulatur rund um die Halswirbelsäule und beugt Instabilität sowie Fehlhaltungen vor. Gerade bei einem oberen HWS-Syndrom hilft sie, die kurzen Nackenmuskeln gezielt zu aktivieren.

So geht's:

  • 1Lege deine Handfläche gegen die Stirn und drücke leicht dagegen, ohne den Kopf zu bewegen. Halte die Spannung.
  • 2Wiederhole das Gleiche mit der Hand am Hinterkopf sowie seitlich an beiden Schläfen.

Haltezeit: Je 10 Sekunden pro Position, 2–3 Durchgänge.

Tipp: Diese Übung kannst du sogar im Sitzen am Schreibtisch durchführen – unauffällig, aber effektiv. Achte darauf, dabei nicht die Schultern hochzuziehen.

Isometrische Nackenkräftigung – tief liegende Muskeln aktivieren
Dieses Bild wurde mit KI erstellt

Isometrische Nackenkräftigung

3. Kinn-Zug (Doppelkinn-Übung)

Diese unscheinbare Übung ist ein echter Gamechanger bei Handynacken, Rundrücken und Haltungsschwäche.

So geht's:

  • 1Stelle dich aufrecht an eine Wand. Hinterkopf, Schultern und Gesäß sollten leicht die Wand berühren.
  • 2Ziehe das Kinn sanft nach hinten, als würdest du ein Doppelkinn machen – ohne den Kopf zu senken.
  • 3Halte die Position, dann langsam lösen.

Haltezeit: 15 Sekunden, 3–5 Wiederholungen.

Tipp: Du solltest ein leichtes Ziehen im oberen Nacken spüren – das zeigt, dass du die tiefen Haltemuskeln aktivierst. Ideal auch als tägliche Mini-Routine.

Kinn-Zug (Doppelkinn-Übung) – Haltung verbessern
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Kinn-Zug (Doppelkinn-Übung)

4. Dehnübung mit Handzug – Verspannung direkt lösen

Diese Dehnübung zielt auf die seitliche Nackenmuskulatur und die Schultermuskeln (Trapezius), wo sich Verspannungen besonders gerne festsetzen. Sie eignet sich sowohl bei einem oberen als auch bei einem unteren HWS-Syndrom.

So geht's:

  • 1Sitze oder stehe aufrecht.
  • 2Neige den Kopf zur rechten Seite (rechtes Ohr zur rechten Schulter).
  • 3Lege die rechte Hand über den Kopf und ziehe ihn ganz sanft weiter zur Seite.
  • 4Linke Schulter aktiv nach unten ziehen, z. B. durch leichten Gegendruck auf dem Oberschenkel.

Haltezeit: 20–30 Sekunden pro Seite, 2–3 Durchgänge.

Tipp: Diese Übung hilft sofort, wenn du "Zug im Nacken" oder Kopfschmerzen verspürst. Wichtig: Nicht in den Schmerz dehnen – nur bis zur Dehnspannung.

Nacken-Dehnung mit Handzug
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Nacken-Dehnung mit Handzug

Übungsplan im Überblick: Wer regelmäßig 2–3 dieser Übungen kombiniert, deckt sowohl Mobilisation, isometrische Kräftigung als auch Dehnung ab – die drei wichtigsten Bausteine bei HWS-Syndrom Übungen für zuhause.


Das richtige Kissen bei HWS-Syndrom

Welches Kissen bei HWS-Syndrom die beste Wahl ist, hängt von der individuellen Schlafposition ab, folgt aber ein paar klaren Grundregeln. Ein gutes Nackenkissen bei HWS-Syndrom stützt die Halswirbelsäule so, dass sie in ihrer natürlichen Krümmung bleibt, weder überstreckt noch zu stark gebeugt.

Rückenschläfer
Flaches bis mittelhohes Kissen, das den Nacken stützt, ohne den Kopf nach vorne zu drücken
Seitenschläfer
Etwas höheres Kissen, das die Distanz zwischen Schulter und Ohr ausgleicht

Ein zu hohes oder zu weiches Kissen begünstigt eine dauerhafte Fehlhaltung der Halswirbelsäule während der Nacht und kann bestehende Beschwerden verstärken. Ergonomische Nackenstützkissen mit einer leichten Wellenform gelten hier oft als hilfreiche Ergänzung, ersetzen aber keine ärztliche Abklärung bei anhaltenden Beschwerden.


Ergonomischer Arbeitsplatz bei HWS-Beschwerden

Wenn du täglich viele Stunden am Schreibtisch verbringst, entscheidet dein Arbeitsplatz darüber, ob deine Halswirbelsäule entlastet oder permanent überlastet wird. Eine schlechte Sitzhaltung, falsche Bildschirmhöhe oder mangelnde Bewegung sind Hauptursachen für das HWS-Syndrom. Höchste Zeit, deinen Arbeitsplatz nicht nur ergonomisch zu denken, sondern ganz bewusst auf gesundes Arbeiten auszurichten.

So sieht ein wirksamer HWS-freundlicher Arbeitsplatz aus:

✅ Bildschirm auf Augenhöhe:
Der obere Bildschirmrand sollte sich auf Augenhöhe befinden – so bleibt dein Kopf in neutraler Position und der Nacken entspannt. Jeder Blick nach unten verstärkt den Handynacken-Effekt. Nutze ggf. eine Laptop-Erhöhung oder einen Monitorständer.

✅ Stuhl mit Bewegungsfreiheit:
Verabschiede dich von starren Sitzflächen! Ein bewegungsfördernder Stuhl mit aktiver Sitzmechanik sorgt dafür, dass deine Rückenmuskulatur permanent mikroaktiv bleibt. Das schützt nicht nur die HWS, sondern aktiviert gleichzeitig deinen gesamten Rumpf.

✅ Tastatur und Maus ergonomisch positionieren:
Oberarme locker am Körper, Unterarme waagrecht. Deine Schultern sollten dabei nie hochgezogen sein. Das ist Gift für den Nacken. Eine vertikale Maus oder eine ergonomische Tastatur kann zusätzliche Entlastung bringen.

✅ Stündlich aktiv werden:
Alle 45–60 Minuten solltest du dich bewusst bewegen: Dehnen, aufstehen, ein paar Mobilisationsübungen. Es reichen 2–3 Minuten, um muskuläre Dauerspannung zu unterbrechen und den Kreislauf anzukurbeln. Ein Timer oder eine Reminder-App kann dich daran erinnern.

✅ Sitzhöhe korrekt einstellen:
Deine Füße sollten flach auf dem Boden stehen, die Knie etwa im 90°-Winkel. Zu hoch oder zu tief sitzen verursacht automatisch muskuläre Ausgleichsbewegungen, die sich bis in die HWS fortsetzen.


Der Nackenbuckel (Witwenbuckel)

Der sogenannte Nackenbuckel – medizinisch oft als Hyperkyphose im oberen Rücken oder Dorsokyphose bezeichnet – ist mehr als nur ein optisches Thema. Umgangssprachlich auch „Witwenbuckel" genannt, beschreibt er eine übermäßige Krümmung der Brustwirbelsäule, oft kombiniert mit einem Fett- oder Bindegewebspolster am unteren Nackenansatz (C7-Bereich). Das führt nicht nur zu einem runden Rücken, sondern langfristig zu funktionellen Einschränkungen und Schmerzen.

Der Nackenbuckel (Witwenbuckel)
Dieses Bild wurde mit KI erstellt

Warum entsteht ein Nackenbuckel?

Ein Nackenbuckel entwickelt sich meist schleichend über Jahre hinweg. Die Hauptursache ist eine dauerhaft schlechte Haltung, z. B. durch:

  • ständiges Vorbeugen beim Sitzen (Computer, Handy, Autofahren)
  • zu wenig Bewegung und schwache Tiefenmuskulatur
  • falsches Schlafkissen oder überdehnte Brustmuskulatur
  • hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren (v. a. bei Frauen)
  • Osteoporose oder Wirbelkörper-Kompression (insbesondere im Alter)

Bei vielen Betroffenen kommt es zusätzlich zur Verkürzung der Brustmuskulatur und einer Abschwächung der Nacken- und Rückenmuskulatur. Die Folge: Der Kopf kippt nach vorne, das Kinn wandert vor den Brustkorb – und genau diese Fehlhaltung wird vom Körper irgendwann „fixiert".

👉 Haltungstraining ist das A und O. Die Kombination aus Dehnung der Brustmuskulatur und gezieltem Aufbau der tiefen Rückenmuskeln bringt spürbare Veränderung – teils schon nach wenigen Wochen.

👉 Gezielte Übungen wie der „Kinnzug", isometrisches Training der Nackenmuskulatur und Mobilisation der Brustwirbelsäule helfen, den Körper wieder aufzurichten.

👉 Aktives Sitzen im Alltag, z. B. auf einem bewegungsfördernden Stuhl wie bei Bergardi, unterstützt die natürliche Aufrichtung ganz nebenbei – ohne bewusst daran denken zu müssen.

👉 Faszienarbeit und Mobilisationsgeräte (z. B. Blackroll oder Duoball) können helfen, verhärtetes Gewebe zu lösen und die Beweglichkeit im oberen Rücken wiederherzustellen.


Wie kann ein Bergardi-Stuhl helfen?

Wer unter Nackenverspannungen oder einem beginnenden Nackenbuckel leidet, braucht keine weichgepolsterte Stillhalte-Lösung, sondern eine dynamische Sitzalternative, die den Körper unterstützt und gleichzeitig fordert. Genau hier setzt die Technologie von Bergardi an.

Bergardi Technologie gegen HWS-Syndrom

Die Lösung: Bewegung – gezielt dosiert, präzise geführt

Die aktive Sitzmechanik von Bergardi basiert auf einer speziell entwickelten, mehrdimensional beweglichen Lagermechanik, die Mikro- und Makrobewegungen ermöglicht. Diese Bewegungen sind nicht zufällig, sondern folgen einem physiologisch sinnvollen Bewegungsmuster, das den Körper unterbewusst in Balance hält.

Das bedeutet konkret:

  • Die tiefliegende Muskulatur (v. a. autochthone Rückenmuskeln, Nackenstabilisatoren) wird durch ständige kleine Ausgleichsbewegungen aktiviert.
  • Verspannungen können gar nicht erst entstehen, weil Druckpunkte laufend verschoben und Muskelgruppen dynamisch angesprochen werden.
  • Die Wirbelsäule richtet sich auf, weil das Becken ständig in Bewegung bleibt. Das entlastet nicht nur die Lenden-, sondern vor allem die Halswirbelsäule.
  • Durch die Beweglichkeit wird die Durchblutung verbessert, was Schmerzen reduziert, die Sauerstoffversorgung des Gewebes fördert und Regeneration unterstützt.

Bergardi verbindet medizinisch fundiertes Wissen mit elegantem Design und kompromissloser Funktionalität. Im Gegensatz zu herkömmlichen Aktivstühlen, die nur ein Wippen oder eine starre Bewegungsachse ermöglichen, ist die Bergardi-Sitzmechanik:

  • Mehrdimensional beweglich – nicht nur vor/zurück, sondern auch seitlich und rotierend.
  • Bedarfsabhängig aktiv – sie passt sich deinem Körpergewicht und deiner Sitzweise an.
  • Sofort spürbar entlastend – viele Kund:innen berichten schon nach wenigen Minuten über ein neues, aufgerichtetes Sitzgefühl.

Fazit: Nimm deine HWS ernst

HWS-Schmerzen gehören zu den häufigsten Volkskrankheiten. Sie entstehen oft schleichend, durch jahrelange Fehlbelastung, Inaktivität und schlechte Sitzgewohnheiten. Du bist dem aber nicht hilflos ausgeliefert. Durch gezielte Übungen, bewusste Haltung und vor allem durch einen bewegungsfördernden Alltag kannst du aktiv gegensteuern.

Unser Rat: Kombiniere smarte Bewegungslösungen mit einem Arbeitsplatz, der dich nicht fixiert, sondern unterstützt. Genau dafür haben wir bei Bergardi unsere aktive Sitzmechanik entwickelt. Die innovative Technologie soll dabei unterstützen, gesund zu sitzen, deine Haltung zu stabilisieren und Nackenschmerzen langfristig zu lindern.

Mit einem Bergardi-Stuhl holst du dir nicht nur ein Designobjekt ins Büro, sondern eine durchdachte Gesundheitslösung, die wirkt – ganz ohne zusätzlichen Zeitaufwand. Setz dich, richte dich auf – und spür den Unterschied. Dein Nacken wird es dir danken. Dein Rücken auch.


Häufige Fragen

Was ist das HWS-Syndrom?

Das HWS-Syndrom ist ein Sammelbegriff für funktionelle oder strukturelle Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule, die sich durch Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder neurologische Symptome äußern können. Ursachen sind meist muskuläre Dysbalancen, fasziale Verspannungen oder Blockierungen der kleinen Wirbelgelenke.

Welche Symptome deuten auf ein HWS-Syndrom hin?

Typisch sind ein verspannter oder steifer Nacken, Spannungskopfschmerzen, Bewegungseinschränkungen im Schulter-Nacken-Bereich sowie in selteneren Fällen Kribbeln in Armen oder Fingern, Ohrgeräusche, Übelkeit oder Schwindel.

Wie bekomme ich das HWS-Syndrom weg?

Bei einem unkomplizierten HWS-Syndrom helfen meist gezielte Mobilisations-, Kräftigungs- und Dehnübungen, mehr Bewegung im Alltag, eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung sowie das richtige Kissen in der Nacht. Halten die Beschwerden trotzdem an, sollte eine ärztliche oder physiotherapeutische Abklärung erfolgen.

Wie lange dauert ein akutes HWS-Syndrom?

Ein akutes HWS-Syndrom klingt bei den meisten Betroffenen innerhalb weniger Tage bis zu etwa zwei Wochen wieder ab, besonders wenn frühzeitig mit Bewegung, Wärme und leichten Mobilisationsübungen gegengesteuert wird. Halten die Beschwerden länger an, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Ist das HWS-Syndrom heilbar?

Ein funktionelles HWS-Syndrom ist in der Regel gut behandelbar und bildet sich mit den passenden Maßnahmen vollständig zurück. Bei chronischen oder degenerativen Verläufen lassen sich die Beschwerden meist deutlich lindern, auch wenn die strukturelle Ursache bestehen bleibt.

Was passiert, wenn man das HWS-Syndrom nicht behandelt?

Bleibt ein HWS-Syndrom unbehandelt, können sich muskuläre Dysbalancen verfestigen, Verspannungen chronisch werden und Begleitsymptome wie Kopfschmerzen oder Bewegungseinschränkungen zunehmen. Langfristig steigt außerdem das Risiko für Folgebeschwerden wie einen Nackenbuckel oder eine dauerhafte Fehlhaltung.

Was darf man bei einem Bandscheibenvorfall der HWS nicht machen?

Ein Bandscheibenvorfall der HWS ist eine eigenständige Diagnose, die sich von einem einfachen HWS-Syndrom unterscheidet. Welche Bewegungen und Belastungen vermieden werden sollten, hängt von Lage und Ausprägung des Vorfalls ab und sollte individuell mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Physiotherapiepraxis abgestimmt werden, statt sich auf allgemeine Verhaltenstipps zu verlassen.

Welches Kissen hilft bei HWS-Syndrom?

Empfehlenswert ist ein Kissen, das die Halswirbelsäule in ihrer natürlichen Krümmung stützt, für Rückenschläfer eher flach bis mittelhoch, für Seitenschläfer etwas höher, um die Distanz zwischen Schulter und Ohr auszugleichen. Zu hohe oder zu weiche Kissen begünstigen eine Fehlhaltung der HWS während der Nacht.

Wie kann ein Bergardi-Stuhl beim HWS-Syndrom helfen?

Die aktive Sitzmechanik von Bergardi ermöglicht kontinuierliche Mikro- und Makrobewegungen, die die tiefliegende Nacken- und Rückenmuskulatur aktivieren, das Becken in Bewegung halten und dadurch die Halswirbelsäule spürbar entlasten.

Quellen & Studien

  1. Bogduk, N. (2011): The anatomy and pathophysiology of neck pain. Physical Medicine and Rehabilitation Clinics of North America, 22(3), 367–382.
  2. Falla, D. (2004): Unravelling the complexity of muscle impairment in chronic neck pain. Manual Therapy, 9(3), 125–133.
  3. Bergardi Produktdokumentation Sattelstuhl Aurelia (intern).
  4. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU): Leitlinie Nacken- und Rückenschmerzen.

Hinweis zur Bildgestaltung

Einige der in diesem Beitrag verwendeten Bilder wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.

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