Aufrechte Sitzhaltung als Grundlage für Gesundheit und Leistungsfähigkeit: Orthopädische Stühle greifen direkt in die Körperhaltung ein und entscheiden mit, ob Sitzen krank macht oder stabilisiert.
Orthopädische Bürostühle
Aufrechte Sitzhaltung als Grundlage für Gesundheit und Leistungsfähigkeit
Orthopädische Stühle sind weit mehr als ein Komfortprodukt. Sie greifen direkt in die Körperhaltung ein und beeinflussen Muskeln, Gelenke, Bandscheiben und das Nervensystem. Wer täglich sitzt, trainiert seine Haltung nicht im Fitnessstudio, sondern im Alltag. Studien zeigen, dass Menschen im Büro durchschnittlich 7 bis 9 Stunden pro Tag sitzen. Diese Zeit formt die Wirbelsäule stärker als jede einzelne Sporteinheit. Genau deshalb entscheidet der Stuhl darüber, ob Sitzen krank macht oder stabilisiert.
Deshalb beginnt jede ernsthafte Auseinandersetzung mit orthopädischen Bürostühlen bei zwei Fragen: Was ist überhaupt eine physiologisch richtige Haltung des Menschen? Und: Welchen messbaren Mehrwert bieten orthopädische Stühle für die Gesundheit?
Die physiologisch richtige Haltung des Menschen
In aufrechter Haltung zeigt die Wirbelsäule ihre charakteristische Doppel S Form. Die Halswirbelsäule ist leicht nach vorne gekrümmt, die Brustwirbelsäule bildet eine sanfte Kyphose, die Lendenwirbelsäule eine Lordose. Diese Krümmungen sind biomechanisch notwendig. Sie wirken wie ein Stoßdämpfersystem, verteilen Lasten gleichmäßig und schützen Bandscheiben und Gelenke vor Überlastung.

Dieses Verständnis ist zentral, um orthopädische Stühle richtig einzuordnen. Denn Ziel ist nicht eine starre Idealhaltung, sondern das Erhalten dieser natürlichen Wirbelsäulenform mit der Option zum aktiven Bewegungswechsel.
In einer physiologisch gesunden Sitzhaltung ist das Becken leicht nach vorne geneigt. Dadurch richtet sich die Lendenwirbelsäule aktiv auf, der Brustkorb öffnet sich und der Kopf balanciert locker über der Wirbelsäule.
Diese wesentliche Haltung ist mit klassischen Bürostühlen kaum erreichbar, da sie den Körper fixieren oder in eine passive Sitzposition zwingen.

Medizinisch entscheidend ist zusätzlich leichte, kontinuierliche Bewegung. Die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule werden nicht durchblutet, sondern über Bewegung ernährt. Ohne Mikrobewegung sinkt die Versorgung, die Druckbelastung steigt und es kommt langfristig zu Degeneration.
Bewegung ist kein Zusatz, sondern eine Voraussetzung für orthopädisch korrektes Sitzen.
Welche Arten von orthopädischen Stühlen gibt es
Der Begriff orthopädische Stühle wird häufig unscharf verwendet. Es lassen sich drei Kategorien unterscheiden:
Erstens klassische ergonomische Bürostühle. Sie bieten viele Einstellmöglichkeiten und verkaufen Komfort. Kurzfristig fühlen sie sich angenehm an, langfristig fördern sie jedoch Passivität. Komfort verkauft sich gut, ist aber selten gesund.
Zweitens Aktivstühle mit Bewegungsfunktion. Sie erlauben Bewegung im Sitzen, unterscheiden sich jedoch stark in Qualität. Instabile Systeme fordern zwar Aktivität, erzeugen jedoch häufig zusätzliche Schutzspannung im Nacken und oberen Rücken.
Drittens orthopädische Sitzsysteme. Diese sind gezielt auf die Wirbelsäulenmechanik abgestimmt. Hier steht nicht Gleichgewichtstraining, sondern kontrollierte, physiologische Bewegung bei gleichzeitiger Stabilität im Vordergrund.

Diese unterschiedlichen Arten von orthopädischen Stühlen gibt es.
Bergardi Smart Moving Technologie
Bergardi hat mit der Smart Moving Technologie ein orthopädisches Sitzsystem entwickelt, das gezielt die tiefe Muskulatur im Bereich von Becken und Lendenwirbelsäule aktiviert. Die Bewegung erfolgt kontrolliert auf einer lateralen Achse und ist klinisch geprüft. In einer klinischen Untersuchung der FH Gesundheitsberufe Oberösterreich zeigte sich eine signifikante Verbesserung der Rückenschmerzen nach 6-wöchiger Nutzung.
Hier gehts zu den Ergebnissen der unabhängigen klinischen Studie der FH Gesundheitsberufe OÖ.
Was einen orthopädischen Stuhl wirklich ausmacht
Eine aktive Beckenposition ist zentral. Nur wenn das Becken korrekt ausgerichtet ist, kann die Wirbelsäule ihre natürliche Form behalten. Für medizinische Berufe ist dabei entweder eine Sattel-Sitzform eine variable Sitzneigung oder je nach Beckenform beides entscheidend. Sattelsitze sind biomechanisch besonders sinnvoll, da sie das Becken unterstützen.

Die Lendenwirbelsäule benötigt gezielte Unterstützung, ohne fixiert zu werden. Eine funktionelle Lordosenstütze wirkt nur dann orthopädisch, wenn sie an den Körper eingestellt werden kann.
Bewegung ist integraler Bestandteil. Ganz nach dem Motto: Die nächste Bewegung ist immer die beste. Orthopädische Stühle müssen diese Bewegung fördern, nicht verhindern.
Gleichzeitig ist Stabilität notwendig. Zu viel Instabilität führt zu Schutzspannung, besonders im Nacken. Die Körpermitte muss aufgerichtet und zentriert bleiben.
Genau hier trennen sich medizinisch sinnvolle orthopädische Stühle von Marketingprodukten.
Möchtest du mehr über die ergonomische Lordosenstütze erfahren?
Hier liest du alles Wichtige zur Lordosenstütze:
Lordosenstütze – Was schützt den Rücken wirklich?
Bergardi Stühle als orthopädische Stühle
Bergardi verfolgt einen konsequent gesundheitlichen Ansatz. Die Stühle wurden als orthopädische Sitzsysteme entwickelt, nicht (nur) als Möbelstücke.
Die patentierte Smart Moving Technologie aktiviert gezielt die tiefe Muskulatur der LWS, während der Oberkörper stabil bleibt. Diese Basisstabilität wirkt sich nach oben fort. Brust und Halswirbelsäule werden entlastet, ohne aktiv gehalten werden zu müssen.
In einer klinischen Untersuchung von 2022 bis 2023 zeigten Menschen mit Rückenschmerzen 76 Prozent weniger Rückenschmerzen nach sechs Wochen Anwendung. Das ist kein Komforteffekt, sondern ein funktioneller Trainingseffekt im Sitzen.

Orthopädischer Sattelstuhl von Bergardi
Der Sattelstuhl von Bergardi richtet das Becken automatisch auf. Die Sitzform fördert eine natürliche Beckenstellung ohne Zwang. Die Wirbelsäule bleibt in der natürlichen S-Form und richtet sich auf.
Orthopädisch relevant ist, dass diese Haltung nicht aktiv gehalten werden muss. Dadurch sinkt die Daueranspannung der Muskulatur, Bandscheiben und Wirbelgelenke werden entlastet. Der Sattelstuhl eignet sich besonders für Menschen mit Rückenbeschwerden und dynamischen Arbeitsplätzen. Insbesondere in Kombination mit einem höhenverstellbaren Tisch kann der Sattelstuhl seine Wirkung entfalten.
Der Sitzwinkel liegt zwischen 110°-135°.

Der orthopädische Sattelstuhl Aurelia im Büroeinsatz.
Orthopädischer Ergostuhl von Bergardi
Der Ergostuhl von Bergardi verbindet klassische Sitzform mit orthopädischer Wirkung. Die Sitzfläche ist ergonomisch geformt. jedoch weniger ausgeprägt als beim Sattelstuhl Aurelia.
Die Smart Moving Technologie sorgt für Bewegung in der LWS. Zusätzlich unterstützt eine verstellbare Lordosenstütze die Lendenwirbelsäule aktiv. Das Ergebnis ist eine stabile, dynamische Haltung, besonders geeignet für lange Büroarbeit im Alltag.
Im Gegensatz zu herkömmlichen ergonomischen Bürostühlen, die den Körper meist in einer starren, komfortablen Sitzhaltung fixieren und eine passive Haltung fördern, unterstützt der Ergostuhl Aurelius eine natürliche Aufrichtung der Wirbelsäule. Statt Rückenmuskulatur abzunehmen, bleibt sie durch die Mikro- und Makrobewegung aktiv.

Der Ergostuhl Aurelius verbindet die Elemente eines ergonomischen Bürostuhls mit den Funktionen eines orthopädischen Aktivstuhls.
Bergardi Medical – orthopädische Stühle für Praxis und Behandlung
Bergardi Medical überträgt das orthopädische Sitzkonzept konsequent in den medizinischen Alltag. Die Behandlungsstühle wurden speziell für ÄrztiInnen, TherapeutInnen und medizinisches Fachpersonal entwickelt, die täglich präzise, oft nach vorne geneigte Tätigkeiten ausführen. Gerade diese typische kyphotische Arbeitshaltung beim Behandeln stellt eine enorme Belastung für Brust und Lendenwirbelsäule dar und ist eine der häufigsten Ursachen für berufsbedingte Rückenschmerzen.
Die Behandlungsstühle von Bergardi ermöglichen eine stabile, aufrechte Sitzposition, während die Wirbelsäule gleichzeitig aktiv bleibt. Durch die gezielte Unterstützung der Lendenwirbelsäule wird ein Einsinken in den Rundrücken verhindert, ohne den Oberkörper zu fixieren. Funktionen wie Fußauslöser zur stufenlosen Höhenverstellung erlauben ergonomisches Arbeiten, ohne die Behandlung unterbrechen zu müssen. Optionale, stabile Armlehnen bieten zusätzliche Sicherheit und Präzision bei manuellen Tätigkeiten.
Orthopädisch entscheidend ist die Kombination aus Stabilität und Bewegung. Sie reduziert dauerhaft die muskuläre Überlastung und entlastet Bandscheiben.

Worauf du bei orthopädischen Stühlen achten solltest
1. Bewegung ermöglichen, ohne Instabilität
Ein orthopädischer Stuhl muss Bewegung zulassen, ohne den Körper ins Ungleichgewicht zu bringen. Zu viel Instabilität erzeugt Schutzspannung, vor allem im Nacken und oberen Rücken. Entscheidend ist eine kontrollierte, geführte Bewegung.
2. Aktive Ausrichtung des Beckens
Die Sitzform sollte das Becken automatisch in eine physiologisch günstige Position bringen. Nur so kann die Wirbelsäule ihre natürliche Doppel S Form beibehalten. Sitzformen wie der Sattelsitz sind hier biomechanisch besonders wirksam.
3. Funktionelle Unterstützung der Lendenwirbelsäule
Die Lendenwirbelsäule braucht Unterstützung, darf aber nicht fixiert werden. Eine gute Lordosenstütze stabilisiert, lässt aber Bewegung zu und verhindert muskulären Abbau.
4. Eine gute Haltung muss automatisch entstehen
Ein orthopädischer Stuhl darf keine aktive Daueranspannung erfordern. Die aufrechte Haltung sollte sich von selbst einstellen, ohne bewusstes Korrigieren oder „Geradehalten“.
5. Einsatzbereich berücksichtigen
Entscheidend ist, wofür du den Stuhl nutzt. Büroarbeit, medizinische Behandlung, Therapie oder häufige Positionswechsel stellen unterschiedliche Anforderungen. Ein orthopädischer Stuhl muss zu deinem Arbeitsalltag passen, nicht umgekehrt.
Fazit
Orthopädische Bürostühle sind ein zentrales Element moderner Gesundheitsprävention. Sie entscheiden darüber, ob tägliches Sitzen deine Wirbelsäule stärkt oder schädigt. Bergardi zeigt, dass orthopädisches Sitzen bewegungsorientiert, kontrolliert und medizinisch fundiert sein muss.
Quellen & Studien
- Lordosenstütze – Was schützt den Rücken wirklich? – Bergardi. Artikel öffnen
- Weniger Rückenschmerzen vom Sitzen? Studien zufolge ist es dank Bergardi in 6 Wochen möglich! – Bergardi. Artikel öffnen
- Sedentary behaviour in the workplace: prevalence, health implications – Oxford Academic. Quelle öffnen
