Studienseite

Unabhängige Studien als Wissenschaftliche Grundlage

Bergardi lässt seine Wirksamkeit nicht nur behaupten, sondern unabhängig prüfen. Auf dieser Seite findest du die wissenschaftliche Grundlage hinter der Smart Moving Technology: Eine randomisierte klinische Studie zu Schmerzen und Ermüdung im Büroalltag, eine ergänzende Untersuchung zur psychischen Fitness von Büroangestellten und weitere anerkannte, internationale Forschungsarbeiten aus dem Bereich des aktiv-dynamischen Sitzens.

Sitzende Arbeit im Büro und Home-Office, das gesundheitliche Risiko

Sitzende Tätigkeit mit einem Energieverbrauch von höchstens 1,5 metabolischen Äquivalenten hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Studien zeigen, dass Menschen in Mitteleuropa im Schnitt 5,3 Stunden pro Tag sitzend verbringen, ein Großteil davon im Büro oder Home-Office. Bewegungsmangel wird in Österreich mit rund 7,8 Prozent aller Todesfälle in Verbindung gebracht. Die WHO rechnet weltweit bis 2030 mit etwa 500 Millionen Menschen, die aufgrund eines sitzenden Lebensstils erkranken.

Gesundheitsökonomische Folgen sitzender Arbeit betragen weltweit rund 300 Milliarden US Dollar jährlich, in Österreich alleine ca. 181 Millionen Euro.

Der Arbeitsplatz gilt zunehmend als zentraler Ansatzpunkt für Gesundheitsförderung, gerade weil klassische Bürostühle und auch viele Homeoffice-Lösungen eine dauerhaft statische Sitzhaltung fördern. Genau hier setzt die wissenschaftliche Arbeit von Bergardi an, sowohl mit der eigenen klinischen Studie als auch mit begleitender Forschung zur psychischen Fitness.

Auch andere Berufsgruppen mit hoher Sitzbelastung sind betroffen

Neben klassischen Büro- und Home-Office-Tätigkeiten zeigt sich das gleiche Grundproblem, nämlich lang anhaltende, wenig bewegte Körperhaltung, auch in anderen Berufsfeldern mit hoher körperlicher Zwangshaltung. Ein Beispiel sind zahnmedizinische Fachkräfte, die durch ständige Mikroanpassungen im Behandlungsalltag muskuloskelettal stark beansprucht werden. Eine deutsche Untersuchung fand, dass 95,8 Prozent der Zahnärztinnen und Zahnärzte im Lauf ihrer Karriere mindestens eine muskuloskelettale Beschwerde entwickeln (Ohlendorf et al., 2020).

Studie zu den Bergardi-Stühlen

Offizielle Bestätigung der Studienergebnisse

Institution
Institution

FH Gesundheitsberufe OÖ GmbH

Titel der Studie
Titel der Studie

Auswirkung von dynamischem Sitzen, auf die Schmerzentwicklung bei erwachsenen Schmerzentwickler*innen – eine randomisierte kontrollierte Cross-Over-Studie

Untersuchungsobjekt
Untersuchungsobjekt

Aktiv-dynamischer Bergardi-Stuhl Aurelius, herkömmlicher statischer Bürostuhl ohne Bewegungsfunktion

Testpersonen

Die Rekrutierungsphase der klinischen Studie fand im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2022 statt. Die klinische Untersuchung beschäftigte sich mit Schmerzentwickler*innen im Bereich der Wirbelsäule, insbesondere im Bereich der Lendenwirbelsäule, des Steißbeins und des Ischias-Nervs. Die Erhebung erstreckte sich von Dezember 2022 bis Oktober 2023.

Voraussetzung war, dass die Proband*innen mindestens 30 Stunden pro Woche im Büro sitzen. Die potenziellen Proband*innen mussten ein Alter zwischen 18 und 65 Jahren aufweisen, um für die Studie rekrutiert zu werden. Insgesamt sind 39 Personen zum Pre-Screening eingeladen worden, um ihre Eignung für die Studie zu überprüfen. Von diesen haben 13 Personen die Kriterien der Schmerzentwicklung und der erforderlichen Sitz-Zeit erfüllt.

Methodik

Bei dieser Untersuchung handelt es sich um eine prospektive, randomisierte und kontrollierte Zwei-Arm-Studie, die 16 Wochen pro Teilnehmer*in durchgeführt wurde. Jede*r Proband*in ist 6 Wochen auf einem herkömmlichen, statischen Stuhl und 6 Wochen auf einem aktiv-dynamischen Bergardi-Stuhl gesessen, die Reihenfolge wurde zufällig zugewiesen. Zwischen der Untersuchungs- und Kontrollgruppe fand eine 4-wöchige "Wash-Out-Phase" statt, um für identische Ausgangsbedingungen der beiden Teststühle zu sorgen. Durch diese Cross-Over-Design-Methode können die erhobenen Daten gleichwertig für 26 Schmerzentwickler*innen genutzt werden. 

Die Proband*innen wurden angehalten, ein Tagebuch zu führen, in dem sie täglich ihre Schmerzentwicklung und die subjektiv empfundene psychische Ermüdung dokumentierten. Die Proband*innen erhielten keinerlei finanzielle Entschädigung außer einer kleinen Reisekostenpauschale. Die Daten wurden an der FH Gesundheitsberufe Oberösterreich und über Online-Umfragen gesammelt.

Ziele

Primäres Ziel: Untersuchung der Auswirkung von dynamischem/aktivem Sitzen auf die Entwicklung von Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule.

Sekundäre Ziele:

  • Untersuchung der Auswirkung von dynamischem/aktivem Sitzen auf die mentale Ermüdung
  • Untersuchung der Arbeitsperformance
  • Untersuchung der Nutzerfreundlichkeit

Aussagekraft

Die klinische Studie wurde von einer Ethikkommission genehmigt und wird in einem international anerkannten Gesundheitsjournal registriert. Zudem wurde die Studie durch Bachelorarbeiten und objektiven Bewegungsaufzeichnungen begleitet, um die Aktivitäten der Proband*innen zu messen. Die Studie wurde Ende 2023 fertiggestellt. Dadurch, dass die Studie noch vor der Veröffentlichung steht, können derzeit noch nicht alle wesentlichen Grafiken und Details erläutert werden. 

Grafiken & Ergebnisse

Rückenschmerzen & Ermüdung

Im Folgenden wird näher auf die Ergebnisse der unabhängigen klinischen Studie der FH Gesundheitsberufe OÖ eingegangen.

Inhalte des Untersuchungsdesigns waren die Erhebung der Schmerzentwicklung anhand eines Tagebuchs, die Einstufung der Produktivität und Beeinträchtigungen anhand des Oswestry Disability Index (ODI) und die Lebensqualität anhand der EQ-5D-5L-Untersuchung.

Schmerzentwicklung

In der vorliegenden Studie konnten signifikante Unterschiede bei der Schmerzentwicklung zwischen dem Bergardi-Stuhl und einem herkömmlichen Stuhl festgestellt werden. Während es beim herkömmlichen Stuhl zu einem leichten Anstieg der Schmerzen über den Zeitverlauf kam, verringerten sich die Schmerzen auf dem Bergardi-Stuhl signifikant.

Obwohl nach einer Woche Nutzungsdauer die tagesbedingten Schmerzanstiege noch kein Signifikanzniveau erreicht haben, konnte dennoch eine Reduktion der Schmerzen bei Verwendung des Bergardi Stuhls im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachtet werden

Es wurden zwei Gruppen untersucht: Statischer Bürostuhl & Bergardi-Stuhl. Nach sechs Wochen wechselten die Gruppen auf den jeweils anderen Stuhl

Die Ergebnisse nach sechswöchiger Nutzung stärkten die positiven Auswirkungen des Bergardi-Stuhls auf die Schmerzentwicklung. Die tagesbedingten Schmerzanstiege waren in der Bergardi-Gruppe signifikant niedriger im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Daten zeigen am Ende des Tages eine Reduktion der empfundenen Schmerzen von 76 Prozent.

Die Ergebnisse legen nahe, dass der Einsatz von aktiv-dynamischen Sitzmöbeln wie dem Bergardi Stuhl einen positiven Einfluss auf die Schmerzentwicklung haben kann und somit eine wertvolle Maßnahme zur Prävention und Behandlung von schmerzbedingten Erkrankungen im Bereich der Wirbelsäule darstellt.

Mentale Ermüdung

Beim Bergardi-Stuhl kommt es zu einem niedrigeren Anstieg der Müdigkeit während des Arbeitstages. Beim herkömmlichen Stuhl ist das nicht der Fall. Bereits nach einer Woche Nutzung reduzierte sich der Anstieg der Müdigkeit während eines Arbeitstages in einem geringen Ausmaß.

Nach sechswöchiger Verwendung des Bergardi Stuhls konnte ein geringerer Anstieg der Müdigkeit am Ende eines Arbeitstages festgestellt werden. Obwohl dieser Effekt nicht signifikant war, konnte er mittlere bis starke Effektstärken* erreichen. Nach sechs Wochen Nutzung war dieser positive Effekt auf den tagesbedingten Anstiegen noch stärker ausgeprägt. Dies entspricht einer Reduktion der am Ende eines Arbeitstages empfundenen Müdigkeit von 37 Prozent.

* Die Effektstärke gibt an, wie stark der Einfluss einer unabhängigen Variable auf eine abhängige Variable ist und wie wichtig dieser Effekt in der Praxis ist. Eine höhere Effektstärke zeigt an, dass der Unterschied zwischen den Gruppen größer und bedeutsamer ist.

Es wurden zwei Gruppen untersucht: Statischer Bürostuhl & Bergardi-Stuhl. Nach sechs Wochen wechselten die Gruppen auf den jeweils anderen Stuhl

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass der Einsatz des Bergardi Stuhls dazu beitragen kann, die mentale Ermüdung von Personen, die im Büro sitzen, zu reduzieren und somit deren Produktivität und Wohlbefinden zu steigern.

Grafiken & Ergebnisse

Weitere Erkenntnisse

EQ-5D-5L-Untersuchung

Die entsprechende Frage der EQ-5D-5L-Untersuchung lautete: "Wir möchten wissen, wie gut oder schlecht Ihre Gesundheit HEUTE (in Bezug auf alltagsnahe Aktivitäten) ist"

Mit Ausnahme der Kategorie "Übliche Aktivitäten" gab es keine signifikanten Unterschiede für eine Kategorie zwischen den statischen und dynamischen Stühlen. Während es keinen Unterschied für die Kategorie "Übliche Aktivitäten" bei der Voruntersuchung gab (p=1,000), gab es einen signifikanten Unterschied für diese Kategorie bei der Nachuntersuchung (p=0,003), der zugunsten der dynamischen Sitzperiode sprach.

Oswestry Disability Index (ODI)

Die Gesamtpunktzahl des Oswestry Disability Index wird berechnet, indem die Punkte für jede abgefragte Kategorie summiert wird. Diese Kategorien wurden in einem Fragebogen angeführt. Die Kategorien beziehen sich auf alltägliche Tätigkeiten, wie die Schmerzentwicklung, Gehen oder Heben. 

Mit Ausnahme von zwei Fällen zeigten sich anhand des ODI keine signifikanten Unterschiede zwischen den statischen und dynamischen Sitzperioden anhand des ODI-Index. In der Kategorie *Stehen wurden signifikante Gruppenunterschiede (p=0,032) festgestellt, ebenso in der Kategorie **Schmerzintensität zeigten sich bei der Nachuntersuchung signifikante Unterschiede (p=0,038) zugunsten des dynamischen Sitzens.

*Die Kategorie "Stehen" bezieht sich auf die Schmerzintensität im Rücken während dem Stehen und nicht auf das Stehen an sich. Bspw.: "Ich kann stehen solange ich möchte ohne extra Schmerzen"

**Die Kategorie Schmerzintensität misst die direkte Schmerzentwicklung im untersuchten Bereich. 

Arbeitsperformance

Für sowohl die statischen Sitzperioden als auch die dynamischen Sitzperioden schwankte die Leistung innerhalb der Konfidenzintervalle, ohne einen Trend zu niedrigeren oder höheren Werten festzustellen. Im Gegensatz zu Vergleichsstudien schränkten die Bergardi-Stühle nicht die Arbeitsleistung ein oder lenkten von der Arbeit ab. 

Nutzerfreundlichkeit

Der dynamische Bergardi-Stuhl scheint neuartig, sehr benutzerfreundlich und interessant für die Benutzer*innen zu sein. Da der Parameter "Benutzererfahrung" nicht im primären Forschungsfokus dieser Studie lag und da persönliche Bedürfnisse zwischen den Benutzer*innen variieren können, sollten zusätzliche Forschungen durchgeführt werden, die sich im Speziellen auf die Benutzererfahrung und die Benutzerfreundlichkeit konzentrieren.

Statement des Studienleiters

Die Studienergebnisse zeigten, dass die Nutzung des dynamischen Bürostuhls im Vergleich zum statischen Bürostuhl zu signifikant niedrigeren Schmerzintensitäten nach einem Arbeitstags führten (p<0.005). Dabei reduzierte sich die mediane Schmerzintensität am Ende des Arbeitstages bei der Verwendung des dynamische Bürostuhls um zirka 50%. Beim Schmerzanstieg innerhalb eines Arbeitstage (Änderung des Wertes vor und nach dem Arbeitstag) konnten noch stärkere Effekt gefunden werden. Dabei reduzierte sich der mediane Schmerzanstieg während des Arbeitstages durch die Verwendung dynamischer Stühle um 60 bis 80% im Vergleich zur Vor-Studien-Situation (statischer Bürostuhl).

Name des Studienleiters: Aff. Hon. Asst. Prof. Dr. rer. nat. Bernhard Schwartz, BSc MSc
Die wichtigsten Erkenntnisse

Fazit der Bergardi-Studie

  • Der Grad der vor und nach der Arbeit erlebten Schmerzintensität sowie der intra-tägliche Schmerzanstieg nahmen signifikant während des Zeitraums mit dem Bergardi-Stuhl ab, während er während des Zeitraums mit dem statischen Bürostuhl stabil blieb.
  • Ein Rückgang der mentalen Erschöpfung wurde während der sechsten Woche der Nutzung vom Bergardi-Stuhl festgestellt, während er während des Zeitraums mit dem statischen Sitzen stabil blieb. Obwohl die 95%igen Konfidenzintervalle signifikante Unterschiede anzeigten, müssen größere Studien durchgeführt werden, um diese Ergebnisse mit ausreichender statistischer Power zu untermauern.
  • Die subjektiv bewertete Arbeitsleistung unterschied sich nicht signifikant zwischen den Zeiträumen mit dem Bergardi-Stuhl und dem statischen Bürostuhl.
  • Die Benutzererfahrung und die Benutzerfreundlichkeit des in dieser Studie verwendeten dynamischen Bürostuhls wurden von den Benutzer*innen als ausgezeichnet bewertet. 

Untersuchung der psychischen Gesundheit

Masterarbeit zu Bergardi

Während die Wirkung von Bewegung auf die physische Gesundheit bereits gut erforscht war, war der Forschungsstand zur psychischen Fitness zu Beginn der Arbeit noch dünn. Genau an dieser Lücke setzt die Master-Thesis von Thomas Riegler, MA, FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg, 2023, an.

Ausgangsfrage der Arbeit, welche Auswirkungen hat die Nutzung der aktiv-dynamischen Bergardi-Stühle auf die psychische Fitness von Büroangestellten, die mindestens 30 Stunden pro Woche sitzen?

Methodik

Experimentelle Pilotstudie im Crossover-Design über vier Wochen. Jede teilnehmende Person nutzte abwechselnd zwei Wochen den aktiv-dynamischen Bergardi-Stuhl und zwei Wochen einen herkömmlichen, statischen Bürostuhl, Datenerhebung täglich über ein Online-Tagebuch. An der Untersuchung nahmen elf Büroangestellte zwischen 25 und 55 Jahren teil, fünf Männer und sechs Frauen, mit mindestens 30 Stunden Sitzzeit pro Woche. Die Stichprobe wurde nach Sitzerfahrung in drei Berufsgruppen eingeteilt, drei bis zehn Jahre, elf bis 20 Jahre und mehr als 20 Jahre. Von Mai bis August 2023 wurden 199 Tagebucheinträge erhoben, nach Bereinigung standen 182 vollständige Datensätze zur Verfügung, eine Ausfüllrate von rund 90 Prozent. Erhoben wurden allgemeines psychisches Wohlbefinden, Produktivität, Konzentration, Müdigkeit und Stresslevel über Verhältnisskalen von 0 bis 100, ergänzt durch die Short Warwick-Edinburgh Mental Well-Being Scale, ein validiertes Messinstrument. Die Auswertung erfolgte mit SPSS mittels Welch-ANOVA und Rangkorrelation nach Spearman.

Zentrale Ergebnisse

Nach zweiwöchiger Nutzung des Bergardi-Stuhls zeigten sich im Vergleich zum statischen Stuhl folgende Unterschiede:

Allgemeines psychisches Wohlbefinden, 74,94 Punkte auf dem Bergardi-Stuhl gegenüber 68,30 Punkten auf dem statischen Stuhl, statistisch signifikant, p = 0,008
Der Effekt zeigte sich vor allem bei Personen mit mindestens zehn Jahren Sitzerfahrung.

Produktivität, 73,99 Punkte auf dem Bergardi-Stuhl gegenüber 63,08 Punkten auf dem statischen Stuhl, p < 0,01. Über den Zeitverlauf sank die Produktivität am statischen Stuhl um rund 16 Prozent, während sie am Bergardi-Stuhl um rund 13 Prozent anstieg

Mittelwerte Produktivitätsfähigkeit im Zeitverlauf

Auch die Konzentrationsfähigkeit verbesserte sich signifikant auf dem Bergardi-Stuhl, mit einem besonders deutlichen Effekt in der mittleren Erfahrungsgruppe, p < 0,01. Die Müdigkeit war zu Beginn auf dem Bergardi-Stuhl noch etwas höher, sank jedoch im Verlauf der zwei Wochen um durchschnittlich rund 30 Prozent, was auf einen Gewöhnungseffekt hindeutet. Bei der Kurzskala zum psychischen Wohlbefinden zeigten sich signifikante Unterschiede zugunsten des Bergardi-Stuhls bei Nützlichkeit, Entspannung und klarem Denken. Beim Stresslevel ergaben sich keine signifikanten Unterschiede.

Eine Korrelationsanalyse nach Spearman bestätigte einen leicht negativen Zusammenhang zwischen dem statischen Stuhl und der Produktivität, r = -0,28. Produktivitätswerte über 80 Punkte kamen auf dem Bergardi-Stuhl deutlich häufiger vor.

Einordnung & Grenzen

Fazit der Masterarbeit

Der Effekt war bei Personen mit langjähriger Sitzerfahrung am deutlichsten, was darauf hindeuten könnte, dass diese Gruppe von einem größeren Ausgangsdefizit stärker profitiert. Als mögliche Mechanismen werden kontinuierliche Unterkörperbewegungen bei stabiler Sitzhaltung genannt, die das metabolische Äquivalent erhöhen und die Durchblutung fördern können. Diese Erklärungen bleiben Hypothesen und wurden nicht mechanistisch geprüft.

Die Stichprobe von elf Personen ist klein, ein Placebo-Effekt kann nicht ausgeschlossen werden, die Erhebung basiert auf subjektivem Wohlbefinden statt objektiven physiologischen Messwerten, und untersucht wurden ausschließlich österreichische Angestellte.

Drei aus der Arbeit abgeleitete Hypothesen für künftige Forschung. Erstens, positiver Effekt auf das psychische Wohlbefinden bei mindestens zehn Jahren Sitzerfahrung. Zweitens, Reduktion des Müdigkeitslevels bei mindestens 30 Stunden Sitzzeit pro Woche. Drittens, Verbesserung von Konzentration und Produktivität in dieser Zielgruppe

Weitere wichtige Erkenntnisse

Weitere wesentliche Aktivmöbel-Studien

Studie 1, Peddie 2013, kurze Sitzpausen und Stoffwechsel

Meredith C. Peddie untersuchte, wie sich anhaltendes Sitzen im Vergleich zu regelmäßigen Bewegungspausen auf den Stoffwechsel auswirkt.

Randomisierte Cross-Over-Studie mit 70 Personen, drei Gruppen (Langsitzer*innen, Bewegungsintervention mit körperlicher Aktivität, Bewegungsintervention mit regelmäßiger Aktivitätspause).

Gemessen wurden Herzfrequenz, Ruheatmungsverhältnis sowie Glukose- und Insulinkonzentration.

Kurze Pausen alle 20 Minuten reduzierten die postprandiale Glukose- und Insulinkonzentration um rund 37 Prozent, effektiver als eine 30-minütige Bewegungsphase nach 8 Stunden Sitzen

Quelle: Meredith C. Peddie (2013), https://academic.oup.com/ajcn/article/98/2/358/4577190

Studie 2, Puig-Ribera 2015, Sitzzeit und psychisches Wohlbefinden

Querschnittsstudie mit 557 Personen zu Sitzzeit, physischer Aktivität und geistigem Wohlbefinden, erhoben mit validierten Skalen (Warwick-Edinburgh Mental Well-Being Scale, International Physical Activity Questionnaire). Personen mit höherer körperlicher Aktivität während des Sitzens zeigten signifikant bessere Werte im psychischen Wohlbefinden und den geringsten Leistungsverlust bei der Arbeit.

Quelle: Anna Puig-Ribera (2015), https://link.springer.com/article/10.1186/s12889-015-1447-5

Studie 3, Cardoso 2021, Biomechanik aktiver und statischer Stühle

30 Personen ohne Rückenbeschwerden, Daten erhoben mit Elektromyografie und Nahinfrarotspektroskopie zum Vergleich dreier Bürostuhldesigns. Aktiv-dynamische Stühle führten zu erhöhter Muskelaktivität, geringerem Unbehagen im Gesäßbereich und einer verbesserten Sauerstoffsättigung im Vergleich zum statischen Stuhl, veröffentlicht in Applied Ergonomics.

Quelle: Michelle R. Cardoso (2021), https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34102577/

Anmerkungen zu den Studien

Die hier dargestellten Ergebnisse sind nicht umfassend und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist noch weitere Forschung im Bereich aktiv-dynamischer Stühle erforderlich, um ein besseres Verständnis ihrer Wirksamkeit zu erlangen. Bergardi spielt dabei mit seinen anerkannten Forschungspartnern, der FH Gesundheitsberufe Oberösterreich und der FH Wiener Neustadt, eine wichtige Rolle.