Wer täglich am Patienten arbeitet, belastet Rücken, Nacken und Schultern oft über Stunden in derselben Haltung. Ein ergonomischer Behandlungsstuhl kann helfen, diese Belastung zu verringern und Beschwerden vorzubeugen.
Zahnärztinnen, Zahnärzte, Dentalhygienikerinnen und Physiotherapeuten arbeiten präzise und konzentriert. Dabei beugen sie sich häufig nach vorne, drehen den Oberkörper und verharren lange in einer Position. Der Rücken zahlt dafür oft einen hohen Preis.
In diesem Beitrag erfährst du, warum Rückenschmerzen in Behandlungsberufen so verbreitet sind, worauf es bei einem ergonomischen Behandlungsstuhl ankommt und welche Rolle Bewegung im Sitzen spielt.

Rückenschmerzen beim Zahnarzt: Warum Behandelnde so oft betroffen sind
Muskel- und Skeletterkrankungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in der Zahnmedizin. Eine systematische Übersichtsarbeit von Hayes und Kollegen fand bei zahnärztlichem Fachpersonal Häufigkeiten zwischen 64 und 93 Prozent. Besonders oft betroffen sind der untere Rücken, der Nacken und die Schultern.
Die Ursachen liegen vor allem in der Arbeitshaltung:
Die Vorbeugehaltung belastet die Bandscheiben. Wenn du dich zum Patienten neigst, steigt der Druck auf die Lendenwirbelsäule.
Statische Muskelarbeit ermüdet. Rücken und Nacken halten dieselbe Position oft über viele Minuten, ohne sich zu entspannen.
Einseitige Drehungen verstärken die Belastung. Der Griff zum Instrument erfolgt häufig mit verdrehtem Oberkörper.
Fehlende Pausen verhindern Erholung. Ein dichter Terminplan lässt wenig Raum für Haltungswechsel.
Was sind Muskel- und Skeletterkrankungen?
Beschwerden an Muskeln, Sehnen, Gelenken und Bandscheiben. In Behandlungsberufen entstehen sie oft durch lange, statische und nach vorne geneigte Arbeitshaltungen.
Was macht einen Behandlungsstuhl ergonomisch?
Ein ergonomischer Behandlungsstuhl passt sich deinem Körper und deiner Arbeitsweise an. Er soll nicht nur bequem sein, sondern eine gesunde Haltung aktiv unterstützen.
Wichtige Merkmale sind:
Eine gute Höhenverstellung. Deine Hüfte sollte etwas höher liegen als deine Knie. So bleibt das Becken aufgerichtet.
Ein offener Hüftwinkel. Ein Winkel von mehr als 90 Grad zwischen Oberkörper und Oberschenkel entlastet die Lendenwirbelsäule.
Eine stabile Basis. Du musst sicher sitzen, um präzise arbeiten zu können.
Freiraum für Bewegung. Dein Körper sollte kleine Haltungswechsel machen können, ohne die Arbeit zu unterbrechen.
Zahnarztstuhl ergonomisch einstellen: Die richtige Sitzhaltung am Patienten
Auch der beste Stuhl hilft nur, wenn er richtig eingestellt ist. So findest du deine Position:
- Stelle beide Füße flach auf den Boden. Deine Oberschenkel fallen leicht nach vorne ab.
- Richte dein Becken auf. Deine Wirbelsäule behält ihre natürliche Doppel-S-Form.
- Halte die Schultern locker. Deine Oberarme liegen nah am Körper.
- Bringe den Patienten auf deine Arbeitshöhe, nicht umgekehrt. Passe die Liege so an, dass du dich nicht nach vorne beugen musst.
- Nutze Hilfsmittel wie Lupenbrille oder Mikroskop. Sie verbessern die Sicht und reduzieren die Neigung von Kopf und Nacken.

Statisch oder dynamisch: Welcher Behandlungsstuhl entlastet besser?
Klassische Praxishocker bieten meist eine feste Sitzfläche. Sie sind stabil, halten den Körper aber in einer starren Position. Die Muskulatur arbeitet dann gleichförmig und ermüdet schneller. Viele Behandelnde sinken mit der Zeit in eine runde Haltung.
Sattelstühle öffnen den Hüftwinkel und fördern eine aufrechte Haltung. Sie bleiben in der Regel jedoch statisch.
Dynamische Behandlungsstühle gehen einen Schritt weiter. Sie verbinden eine stabile Sitzposition mit gezielter Bewegung. Mikrobewegungen aktivieren die tiefe Rumpfmuskulatur und fördern regelmäßige Haltungswechsel. Genau das braucht dein Rücken bei langen Behandlungen.
| Kriterium | Hocker | Sattelstuhl | Dynamisch |
|---|---|---|---|
| Hüftwinkel | ca. 90° | offen, > 90° | offen, > 90° |
| Haltung | sinkt oft rund | aufrecht | aufrecht |
| Bewegung | starr | meist statisch | Mikrobewegungen |
| Muskulatur | ermüdet schneller | gleichförmig | Tiefenmuskulatur aktiv |
| Stabilität | stabil | stabil | stabil |
Der Bergardi Behandlungsstuhl sorgt für aufrechtes Sitzen – und Präzision im Alltag.
Dr. Marc Moll - Zahnarzt
Praxistipps: So schützt du deinen Rücken im Behandlungsalltag
Ein guter Stuhl ist die Basis. Diese Gewohnheiten ergänzen ihn:
- ✓Wechsle deine Position regelmäßig. Arbeite, wenn möglich, abwechselnd aus unterschiedlichen Sitzpositionen um den Patienten.
- ✓Plane Mikropausen ein. Schon 30 Sekunden zwischen zwei Patienten reichen, um Schultern zu lockern und den Rücken zu strecken.
- ✓Stärke deine Rumpfmuskulatur. Ein kräftiger Rumpf stabilisiert die Wirbelsäule auch in anspruchsvollen Haltungen.
- ✓Organisiere deinen Arbeitsplatz. Instrumente sollten ohne Drehung des Oberkörpers erreichbar sein.
Nimm Warnzeichen ernst. Taubheit, Kribbeln in Armen oder Beinen oder anhaltende Schmerzen solltest du ärztlich abklären lassen.
Bergardi Behandlungsstuhl: Aktives Sitzen in der Praxis
Die Bergardi Stühle Aurelia und Aurelius sind ergonomische Aktivsitz-Lösungen. Ihr gesundheitlicher Mehrwert entsteht aus der Verbindung von stabiler Sitzhaltung und gezielter Bewegung im Sitzen.
Herzstück ist die patentierte Smart Moving Technologie. Sie ermöglicht Mikrobewegungen, die den unteren Rücken im Bereich der Lendenwirbelsäule gezielt trainieren. Die Tiefenmuskulatur wird aktiviert, während du konzentriert weiterarbeitest. So unterstützt der Stuhl eine aufrechte Haltung, ohne dich in einer starren Position festzuhalten.
Im Unterschied zu einem Gymnastikball bleibst du dabei stabil und sicher. Das ist bei präziser Arbeit am Patienten entscheidend.
Eine Studie der FH Gesundheitsberufe OÖ zeigte nach sechs Wochen aktivem Sitzen einen Rückgang von Rückenschmerzen um 76 Prozent und von Müdigkeit um 37 Prozent. Bergardi ersetzt keine Therapie. Als Behandlungsstuhl kann er aber einen wertvollen Beitrag zur Prävention im Praxisalltag leisten.


Aurelia Medical
Der Sattelstuhl für Zahnarztpraxen und medizinische Fachbereiche: aufrechte Sattelform, Smart Moving Technologie und leicht zu desinfizierendes medizinisches Kunstleder.
Aktives Sitzen in deiner Praxis testen
Erlebe, wie sich der Bergardi Behandlungsstuhl im Praxisalltag anfühlt, 30 Tage probesitzen.
Fazit
Rückenschmerzen gehören für viele Behandelnde zum Berufsalltag. Sie sind aber kein unvermeidbares Schicksal.
Ein ergonomischer Behandlungsstuhl, die richtige Einstellung und regelmäßige Bewegung können deinen Rücken deutlich entlasten. Dynamische Praxisstühle wie Bergardi verbinden Stabilität mit gezielter Bewegung und helfen dir, auch nach vielen Behandlungsstunden aufrecht und leistungsfähig zu bleiben.
Quellen & Studien
- Hayes, M. J., Cockrell, D., Smith, D. R. (2009): A systematic review of musculoskeletal disorders among dental professionals. International Journal of Dental Hygiene, 7(3), 159–165. doi.org/10.1111/j.1601-5037.2009.00395.x
- Lietz, J., Kozak, A., Nienhaus, A. (2018): Prevalence and occupational risk factors of musculoskeletal diseases and pain among dental professionals in Western countries: A systematic literature review and meta-analysis. PLOS ONE, 13(12), e0208628. doi.org/10.1371/journal.pone.0208628
- De Sio, S. et al. (2018): Ergonomic risk and preventive measures of musculoskeletal disorders in the dentistry environment: an umbrella review. PeerJ, 6, e4154. doi.org/10.7717/peerj.4154
- Ohlendorf, D. et al. (2020): Prevalence of musculoskeletal disorders among dentists and dental students in Germany. International Journal of Environmental Research and Public Health, 17(23), 8740.
- Gupta, A. et al. (2014): Ergonomics in dentistry. International Journal of Clinical Pediatric Dentistry, 7(1), 30–34.
- Bundesärztekammer, KBV, AWMF (2017): Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz, 2. Auflage.
- BGW Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege: Informationen zu Rückengesundheit und Ergonomie in Gesundheitsberufen.
- Robert Koch-Institut: Rückenschmerzen, Gesundheitsberichterstattung des Bundes.
- FH Gesundheitsberufe OÖ: Studie zum aktiven Sitzen mit Bergardi (76 Prozent weniger Rückenschmerzen, 37 Prozent weniger Müdigkeit nach sechs Wochen). bergardi.com/pages/clinical-study






