Psoas Verspannungen lindern

Psoas Verspannungen entgegenwirken

Veröffentlicht am von Thomas Riegler

Zuletzt aktualisiert am

📌 Psoas-Muskel

Der Psoas Muskel zählt zu den wichtigsten, aber meist unterschätzten Muskeln des menschlichen Körpers. Er verbindet Oberkörper und Beine, stabilisiert die Wirbelsäule und beeinflusst jede Bewegung im Alltag. Ist der Psoas verspannt, entstehen häufig Rückenschmerzen, ein Beckenschiefstand und eine eingeschränkte Beweglichkeit der Hüfte – besonders Menschen mit sitzender Tätigkeit sind betroffen.

Rückenschmerzen durch eine Psoas-Verspannung im unteren Rücken

Aktuelle medizinische Erkenntnisse zeigen: Eine Psoas-Verspannung entsteht selten durch akute Überlastung, sondern meist durch chronischen Bewegungsmangel. In diesem Beitrag erfährst du, wie du den Psoas entspannen und gezielt Verspannungen lösen kannst, um Haltung und Beweglichkeit nachhaltig zu verbessern.


Was ist der Psoas-Muskel?

Der Iliopsoas setzt sich aus zwei Muskeln zusammen: dem Musculus psoas major und dem Musculus iliacus. Gemeinsam bilden sie den stärksten Hüftbeuger des Körpers. Der Psoas entspringt an den Wirbelkörpern und Querfortsätzen der Lendenwirbelsäule (L1–L5) und setzt am Trochanter minor des Oberschenkelknochens an.

Wichtig ist vor allem, wo er verläuft: tief im Bauchraum, direkt vor dem Hüftgelenk. Genau deshalb übernimmt der Psoas gleich mehrere Aufgaben auf einmal – er beugt die Hüfte, bremst ihre Streckung und stabilisiert Becken und untere Wirbelsäule bei so gut wie jeder Bewegung im Alltag.

 

Infografik: Was ist der Psoas-Muskel und wo liegt er im Körper

Im Alltag braucht es den Psoas bei jedem Aufstehen, Treppensteigen, Schrittwechsel und beim stabilen Sitzen. Ist der Muskel verspannt, verkürzt oder überaktiv, kippt das Becken nach vorn, die Lendenlordose nimmt zu und der Körper entwickelt Ausweichbewegungen, um die eingeschränkte Hüftstreckung zu kompensieren.


Der Psoas als "Muskel der Seele"

Der Psoas reagiert sehr sensibel auf Stress, Angst und emotionale Anspannung, da er eng mit dem vegetativen Nervensystem verbunden ist. In Stresssituationen spannt er sich reflexartig an – ein archaisches Schutzmuster, das ursprünglich auf Flucht- oder Kampfreaktionen ausgelegt ist. Bleibt diese Spannung durch langes Sitzen und mentale Belastung dauerhaft bestehen, kann sie Rückenschmerzen und innere Unruhe gleichermaßen verstärken.

 

Psoas - der Muskel der Seele: Verbindung zwischen Stress und Muskelspannung

Gut zu wissen: Genau diese enge Verbindung zum Nervensystem hat dem Psoas in manchen Kreisen den Beinamen "Muskel der Seele" eingebracht. Wissenschaftlich ist der Begriff nicht anerkannt, beschreibt aber treffend, wie körperliche und emotionale Anspannung im Psoas zusammenlaufen.


Symptome einer Psoas-Verspannung

Typische Symptome eines verspannten Iliopsoas sind:

  • Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule
  • Ziehende Leistenschmerzen
  • Eingeschränkte Hüftstreckung (Hüftextension)
  • Beckenschiefstand
  • Ein verstärktes Hohlkreuz, besonders beim Aufrichten

Die Beschwerden treten häufig beim Sitzen oder Gehen auf und verstärken sich oft nach längeren Phasen ohne Bewegung. Besonders tückisch: Der Schmerz sitzt oft tief und lässt sich schwer lokalisieren, weil der Psoas selbst nicht direkt ertastbar ist.

 

Psoas-Verspannung verursacht tiefliegende Rückenschmerzen

Folgen: Hohlkreuz, Beckenschiefstand und ISG-Beschwerden

 

Hohlkreuz und Beckenschiefstand
Ein überaktiver Psoas verstärkt die Lendenlordose (Hohlkreuz) und kippt das Becken nach vorne. Ist nur eine Seite dominant, wirkt das wie ein funktioneller Beckenschiefstand mit sichtbarer Asymmetrie und einseitigen Schmerzen.

Eingeschränkte Hüftbeweglichkeit
Da der Psoas die Hüftextension hemmt, leiden Betroffene häufig unter einer verkürzten Schrittlänge, instabilem Stand oder Ausweichbewegungen im Rücken. Das zwingt die Lendenwirbelsäule zu übermäßiger Bewegung, was Beschwerden weiter verstärkt.

Ausstrahlende Beschwerden
Triggerpunkte im Iliopsoas können Schmerzen in den vorderen Oberschenkel oder bis ins Kreuzbein ausstrahlen. Manche Betroffene berichten sogar über ziehende Bauchschmerzen in Verbindung mit einem hypertonen Psoas.

Einfluss auf das Iliosakralgelenk (ISG)
Durch seinen Verlauf kann der Psoas Spannungen auf das Becken und das ISG übertragen. Chronische Psoas-Verspannungen begünstigen dadurch Blockierungen und Schmerzen im Kreuzbeinbereich.



Warum reines Dehnen nicht reicht

Viele versuchen, den Psoas-Muskel einfach zu dehnen. Kurzfristig kann das Erleichterung bringen. Doch rein passives Dehnen greift zu kurz: Der Muskel verkürzt sich nicht nur strukturell, sondern verliert auch seine Fähigkeit zur dynamischen Anpassung. Um eine Psoas-Verspannung nachhaltig zu lösen, braucht es drei Elemente:

 

Infografik: Strategien um Psoas-Verspannungen nachhaltig zu lösen
  • 1Dehnen und Mobilisieren: Gezielte Hüftextensions-Dehnungen und Beckenmobilisation verbessern die Länge-Struktur des Psoas.
  • 2Kräftigen: Aktivierung von Gluteus und tiefer Bauchmuskulatur stabilisiert Becken und Lendenwirbelsäule – das entlastet den Psoas und verhindert erneute Überlastung.
  • 3Alltag anpassen: Regelmäßiges Aufstehen, dynamisches Sitzen, kurze Bewegungspausen und tiefe Bauchatmung verhindern die Dauerverkürzung, die den Muskel überhaupt erst überlastet.

Ergänzend hilft: Manuelle Therapie – physiotherapeutische Techniken wie Triggerpunktbehandlung oder Faszientherapie können Verklebungen und muskuläre Schutzspannungen effektiv reduzieren.


Übungen gegen eine Psoas-Verspannung

Mit den folgenden sechs Übungen sprichst du gezielt Mobilität, Kräftigung und Entspannung an – die meisten davon kannst du direkt im Büro durchführen.

 

Psoas-Verspannung lösen - so geht es Schritt für Schritt


1. Psoas-Aktivierung durch Fußheber

Ziel: Funktionelle Aktivierung und Entspannung durch gezielte Ansteuerung.

  • 1Sitze aufrecht, beide Füße stehen hüftbreit auf dem Boden.
  • 2Hebe abwechselnd einen Fuß leicht vom Boden ab, als würdest du in Zeitlupe einen Schritt einleiten – der Oberkörper bleibt dabei ruhig.
  • 3Halte die Spannung kurz und senke den Fuß langsam wieder ab.
  • 410–12 Wiederholungen pro Seite.
Psoas-Aktivierung durch Fußheber im Sitzen

2. Beckenkippung im Sitzen

Ziel: Sanfte Mobilisation von Becken und Lendenwirbelsäule, ohne den Psoas zusätzlich zu belasten.

  • 1Setze dich aufrecht hin, Füße hüftbreit am Boden.
  • 2Kippe das Becken langsam vor und zurück. Die Bewegung ist klein, kontrolliert und schmerzfrei.
  • 3Dauer: 30 bis 60 Sekunden.
Psoas trainieren durch Beckenkippen im Sitzen

3. Beckenmobilisation im Sitzen

Ziel: Löst Verklebungen rund um Becken und Hüftgelenk und verbessert die Gleitfähigkeit des Psoas in seiner Umgebung.

  • 1Sitze aufrecht, Hände locker in die Hüften gestützt.
  • 2Kreise das Becken langsam in eine Richtung, dann in die Gegenrichtung.
  • 3Die Bewegung bleibt klein, kontrolliert und schmerzfrei.
  • 48–10 Kreisungen pro Richtung.
Beckenmobilisation als Übung gegen Psoas-Verspannung

4. Aktive Hüftstreckung

Ziel: Aktive Dehnung des Psoas durch gezielte Hüftextension – der direkte Gegenspieler zur ständigen Hüftbeugung im Sitzen.

  • 1Stelle dich hüftbreit hin, halte dich bei Bedarf an einer Stuhllehne fest.
  • 2Führe ein Bein leicht gestreckt nach hinten, ohne ins Hohlkreuz zu fallen – halte die Bauchspannung.
  • 3Halte die Position 2–3 Sekunden, dann langsam zurückführen.
  • 410 Wiederholungen pro Seite.
Aktive Hüftstreckung als Übung gegen Psoas-Verspannung

5. Ausfallschritt-Dehnung

Ziel: Klassische, tiefenwirksame Dehnung des Psoas im kniend-stehenden Ausfallschritt.

  • 1Knie dich mit einem Bein auf, das andere Bein steht vorne im 90°-Winkel aufgestellt.
  • 2Schiebe das Becken langsam nach vorne, der Oberkörper bleibt aufrecht – kein Hohlkreuz.
  • 3Du spürst die Dehnung in der Leiste des hinteren Beins.
  • 4Halte 20–30 Sekunden pro Seite.
Ausfallschritt als Dehnübung gegen Psoas-Verspannung

6. Atemübung zur Psoas-Entspannung

Ziel: Der Psoas reagiert stark auf Stress – bewusste Atmung hilft, den Muskeltonus zu senken.

  • 1Lege eine Hand auf den Bauch.
  • 2Atme tief durch die Nase ein, der Bauch hebt sich.
  • 3Atme langsam durch den Mund aus und lasse bewusst Spannung los.
  • 4Dauer: 1 bis 2 Minuten.

Wie kann ein Bergardi-Stuhl helfen?

Die Bergardi-Stühle arbeiten mit einer dynamischen Pendelmechanik, die Mikrobewegungen aus der Hüfte heraus ermöglicht. So wird der Psoas nicht dauerhaft in einer verkürzten Stellung gehalten, sondern durch stetige kleine Bewegungen immer wieder entlastet. Gleichzeitig wird die tiefe Rumpfmuskulatur aktiviert, die Beckenstellung stabilisiert und Fehlhaltungen wie Hohlkreuz oder funktionelle Beckenasymmetrien können reduziert werden.

Die kontinuierlichen Mikrobewegungen fördern die Durchblutung und verhindern muskuläre Ermüdung im Sitzen. Viele Betroffene berichten, dass sich die Lendenregion entspannt und Hüft- sowie ISG-Beschwerden deutlich zurückgehen. Dieser Effekt entspricht dem Prinzip der aktiven Therapie – eingebettet in den Arbeitsalltag, ganz ohne zusätzlichen Zeitaufwand. Wer den Psoas entspannt, normalisiert die Beckenstellung und reduziert die übermäßige Lendenlordose.


Fazit

Der Psoas Muskel zählt zu den wichtigsten, aber meist unterschätzten Muskeln des menschlichen Körpers. Eine Verspannung entsteht selten über Nacht, sondern schleichend durch chronischen Bewegungsmangel, langes Sitzen und Stress. Die Kombination aus Dehnung, Kräftigung, Atemübungen und alltagsintegrierter Bewegung hilft, den Psoas nachhaltig zu entlasten und Beckenstellung sowie Haltung langfristig zu stabilisieren.

Bergardi-Stühle unterstützen diesen Prozess durch ihre einzigartige Bewegungsmechanik: Mikrobewegungen aus dem Becken trainieren die tiefe Muskulatur, fördern die Durchblutung und sorgen für Lockerung während des Sitzens – dynamisches Sitzen wird so zur präventiven Maßnahme für nachhaltige Rücken- und Hüftgesundheit.

Quellen & Studien

  1. DKV: Der Vielsitzer Muskel Psoas. dkv.com
  2. Spiraldynamik: Therapie Psoas-Syndrom. spiraldynamik.com
  3. Bergardi intern: Unabhängige klinische Studie der FH Gesundheitsberufe OÖ zu Rückenschmerzen und Müdigkeit bei Nutzung der Bergardi Aktivstühle.

Hinweis zur Bildgestaltung

Einige der in diesem Beitrag verwendeten Bilder wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.

Warum wird der Psoas auch Muskel der Seele genannt?

Der Psoas reagiert sensibel auf Stress, Angst und emotionale Anspannung. In belastenden Situationen kann sich der Muskel reflexartig anspannen. Bleibt diese Spannung durch langes Sitzen und anhaltenden Stress bestehen, können Rückenschmerzen, innere Unruhe und eine eingeschränkte Hüftbeweglichkeit begünstigt werden.

Was sind typische Symptome eines verspannten Psoas?

Typische Symptome sind Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, ein Ziehen in der Leiste, eine eingeschränkte Hüftstreckung, ein verstärktes Hohlkreuz und ein funktioneller Beckenschiefstand. Die Beschwerden verstärken sich häufig nach langem Sitzen oder beim Gehen.

Was hilft gegen eine Psoas Verspannung?

Hilfreich ist eine Kombination aus gezielter Mobilisation, funktioneller Dehnung, Kräftigung der Bauchmuskulatur und Gesäßmuskulatur sowie regelmäßiger Bewegung im Alltag. Auch bewusste Bauchatmung und weniger statisches Sitzen können die Muskelspannung reduzieren.

Reicht Dehnen allein aus, um eine Psoas Verspannung zu lösen?

Nein. Passives Dehnen kann kurzfristig entlasten, beseitigt aber häufig nicht die Ursache. Nachhaltiger wirkt die Kombination aus Dehnung, Mobilisation, Kräftigung der muskulären Gegenspieler und regelmäßigen Bewegungsreizen im Alltag.

Welche Übungen helfen bei einer Psoas Verspannung?

Geeignet sind Beckenkippungen im Sitzen, die Psoas Aktivierung durch abwechselndes Anheben der Füße, aktive Hüftstreckungen, Ausfallschritt Dehnungen und ruhige Atemübungen. Alle Bewegungen sollten langsam, kontrolliert und schmerzfrei durchgeführt werden.

Warum kann langes Sitzen den Psoas verspannen?

Beim Sitzen bleibt die Hüfte über längere Zeit gebeugt. Dadurch befindet sich der Psoas dauerhaft in einer verkürzten Position. Fehlen regelmäßige Bewegungswechsel, kann sich seine Grundspannung erhöhen und zusätzlicher Zug auf das Becken sowie die Lendenwirbelsäule entstehen.

Kann ein verspannter Psoas Rückenschmerzen verursachen?

Ja. Der Psoas ist direkt mit der Lendenwirbelsäule und dem Oberschenkel verbunden. Eine erhöhte Muskelspannung kann das Becken nach vorne ziehen, das Hohlkreuz verstärken und die Strukturen im unteren Rücken zusätzlich belasten.

Wie kann ein Bergardi Stuhl bei einer Psoas Verspannung unterstützen?

Die Smart Moving Technologie von Bergardi ermöglicht kontrollierte Bewegungen über die laterale Achse und aktiviert gezielt die Muskulatur im Bereich der Lendenwirbelsäule. Dadurch wird statisches Sitzen reduziert, während der Oberkörper stabil bleibt. Das unterstützt regelmäßige Bewegung im Arbeitsalltag und kann die Hüftregion sowie den unteren Rücken entlasten.

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