Beckenbodentraining in der Schwangerschaft

Beckenbodentraining in der Schwangerschaft: Mit Schwangerschaftsrechner

Veröffentlicht am von Thomas Riegler

Zuletzt aktualisiert am

Schwangerschaft verändert deinen Körper jeden Tag: Das Gewicht verlagert sich nach vorne, das Becken passt sich an, die Lendenwirbelsäule wird stärker belastet und der Beckenboden trägt deutlich mehr Last. Umso hilfreicher sind drei alltagstaugliche Bausteine, die viele Schwangere gut kombinieren können: Beckenbodentraining in der Schwangerschaft, ein sinnvoll eingesetzter Gymnastikball oder Aktivstuhl und ein bewegliches Konzept fürs Sitzen in der Schwangerschaft.

 

Wir zeigen dir, wann und welches Beckenbodentraining Sinn macht. 

Wichtig: Wenn du Blutungen, starke Schmerzen, Schwindel, vorzeitige Wehen oder medizinische Risiken hast, sprich bitte zuerst mit deiner Ärztin oder Hebamme, bevor du Übungen machst.


Warum der Beckenboden in der Schwangerschaft so entscheidend ist

Der Beckenboden besteht aus mehreren Muskelschichten, die wie ein elastisches Trampolin den Bauchraum nach unten abschließen. Er unterstützt Blase, Gebärmutter und Darm, stabilisiert das Becken und arbeitet eng mit Zwerchfell und tiefer Bauchmuskulatur zusammen. In der Schwangerschaft steigt die Belastung durch Gewicht, hormonelle Gewebsveränderungen und Druck von oben.

Der wichtigste Punkt dabei: Beckenbodentraining ist nicht nur Anspannung. Du brauchst auch bewusste Entspannung und eine gute Atemkopplung.

 

Beckenboden trainieren Schwangerschaft

Beckenbodentraining Schwangerschaft: So machst du es richtig

Wenn du mit Beckenbodentraining startest, ist Technik wichtiger als Intensität. Viele spannen statt Beckenboden unbewusst Gesäß, Oberschenkel oder Bauch zu stark an. Ein gutes Grundprinzip ist: sanft aktivieren, sauber halten, vollständig lösen.

Unten siehst du einen Schwangerschaftsrechner. 
Mit diesem kannst du deine Schwangerschaftsdauer ausrechnen und die passenden Übungen für den Beckenboden nachlesen.

Drei einfache Basics, die fast jede Schwangere nutzen kann

  • Atemkopplung: Beim Ausatmen sanft anheben, beim Einatmen bewusst lösen.
  • Aufrichtung: Brustbein leicht angehoben, Becken neutral, kein Rundrücken.
  • Dosierung: Lieber 5 saubere Wiederholungen als 20 verkrampfte.
Beckenboden trainieren Schwangerschaft

Hier findest du Übungen, die du in der Schwangerschaft für einen starken Beckenboden durchführen kannst.

Wenn du unsicher bist, lohnt sich eine kurze Anleitung bei einer Beckenboden-Physio oder einer Hebamme. Gerade falsches Daueranspannen kann Beschwerden verstärken.

Gymnastikball Schwangerschaft: sinnvoll für Übungen, nicht als Dauer Sitzlösung

Ein Gymnastikball kann in der Schwangerschaft ein gezieltes Trainingsgerät sein, etwa für Mobilisation, kurze Aktivierungsübungen oder zur bewussten Beckenbewegung. Der Gymnastikball ist jedoch instabil und bietet keine Entlastung. Genau das unterscheidet ihn grundlegend von einem orthopädisch durchdachten Sitzsystem.

Beim Sitzen auf dem Ball müssen Rücken und Rumpf permanent ausgleichen. Das führt zwar kurzfristig zu Aktivität, erzeugt aber auch eine höhere Belastung für Lendenwirbelsäule und Rückenmuskulatur.  In der Schwangerschaft, wenn Bandstrukturen hormonell gelockert sind, kann diese Instabilität schneller zu Ermüdung oder Rückenschmerzen führen.

Wichtig: Ein Gymnastikball ist kein Stuhl-Ersatz. Nutze ihn lieber als kurze Übungsintervalle – als Sitzlösung über längere Zeit (z. B. 30 Minuten oder mehr) ist er meist nicht zu empfehlen.

Der Sattelstuhl von Bergardi bietet im Vergleich zum Gymnastikball eine klare Beckenführung, hohe Standfestigkeit und kontrollierte Aktivierung der Tiefenmuskulatur und der Hüfte. Die patentierte Smart Moving Technologie ermöglicht gezieltes Rückentraining im Sitzen, ohne die unkontrollierte Instabilität eines Balls.

Gymnastikball in der Schwangerschaft
Für kurze Übungen für den Beckenboden kann ein Gymnastikball verwendet werden. 
Für angenehme Beckenboden-Bewegungen im Sitzen ist der Sattelstuhl Aurelia von Bergardi ideal.


Sitzen in der Schwangerschaft: Warum die Dauer wichtiger ist als die perfekte Haltung

Viele Schwangere suchen die perfekte Sitzposition. Medizinisch ist aber oft entscheidender, wie lange du in einer Position bleibst. Langes Sitzen bedeutet ständige Hüftbeugung, weniger Durchblutung, mehr Druck auf Lendenwirbelsäule und oft mehr Zug auf den Beckenboden.

Die beste Empfehlung ist deshalb nicht starr gerade sitzen, sondern regelmäßig wechseln. Schon kurze Haltungswechsel entlasten.

Sitzen in der Schwangerschaft: die wichtigsten Regeln

  • Aufrecht, aber nicht gepresst.
  • Becken neutral, nicht nach hinten wegsacken.
  • Füße stabil am Boden.
  • Alle 30 bis 45 Minuten kurz aufstehen oder bewegen.


Schwangerschaftsrechner: Geburtstermin & Schwangerschaftswoche

Der Schwangerschaftsrechner dient dazu, den voraussichtlichen Geburtstermin sowie die aktuelle Schwangerschaftswoche zu berechnen. Grundlage ist der erste Tag der letzten Monatsblutung. Medizinisch wird dabei von einer durchschnittlichen Schwangerschaftsdauer von 40 Wochen bzw. 280 Tagen ausgegangen. Da nicht jede Frau einen 28-Tage-Zyklus hat, berücksichtigt der Rechner zusätzlich die individuelle Zykluslänge. Abweichungen vom Standardzyklus werden rechnerisch angepasst, um eine realistischere Einschätzung zu ermöglichen.

Zusätzlich wird eine geschätzte Befruchtungszeit berechnet, die sich meist etwa 14 Tage nach Beginn der letzten Monatsblutung ergibt (abhängig von der Zykluslänge). Wichtig zu wissen: Der errechnete Geburtstermin ist eine statistische Schätzung Ultraschalluntersuchungen und ärztliche Kontrollen sind maßgeblich.

Schwangerschaftsrechner: Geburtstermin berechnen

Start ist der 1. Tag der letzten Monatsblutung. Standard: 40 Wochen, angepasst an die Zykluslänge.

Formel: LMP + 280 Tage + (Zyklus − 28)
Tage

Tipp: Wenn du unsicher bist, wähle 28 Tage.

Standard: heute (für aktuelle SSW/Tag).

Dein Ergebnis
Voraussichtlicher Geburtstermin
Aktueller Stand (SSW + Tage)
Trimester
Vermutliche Befruchtung (Schätzung)

Hinweis: Der Geburtstermin ist eine Schätzung. Ärztliche/hebammliche Kontrolle ist maßgeblich.


Bewegung & Beckenbodentraining nach Schwangerschaftswoche (SSW)

Übersicht nach SSW

Richtwerte – individuell anpassen
Phase Was im Körper typisch ist Sinnvoll Am Bergardi-Stuhl Beckenbodentraining
SSW 1–9
Frühschwangerschaft
Hormonelle Veränderungen lockern bereits Bänder und Beckenboden, auch wenn äußerlich noch wenig sichtbar ist. Sanfte Beckenbewegungen
Aufrechte Sitzhaltung
Kurze Aktivierung der tiefen Muskulatur
Sehr gut geeignet für ruhige, geführte Bewegung im Sitzen. Keine bewussten Kraftübungen. Ja, aber sanft. Wahrnehmung vor Kraft.
SSW 10–20
Zweites Trimester
Statik und Schwerpunkt verändern sich deutlich. Bewegung wird wichtig, um Rücken und Becken zu entlasten. Regelmäßige Alltagsbewegung
Becken & LWS mobil halten
Aufrichtung fördern
Sehr sinnvoll zur stabilen, aktiven Sitzhaltung und häufigen Haltungswechseln. Weiterhin sinnvoll, funktionell und mit Atem gekoppelt. Kein Daueranspannen.
SSW 21–30
Spätes zweites Trimester
Druck auf Beckenboden und Wirbelsäule nimmt zu. Ziel: Entlastung & Durchblutung. Kleine, ruhige Bewegungen
Häufige Positionswechsel
Geeignet bei ruhiger Bewegung ohne große Ausschläge. Kurz, bewusst, mit Fokus auf Entspannung.
SSW 31–Geburt
Geburtsvorbereitung
Loslassen wird wichtiger: Druck/Spannung steigt, Atmung und Beckenbewegung helfen oft spürbar. Sanfte Beckenbewegung
Atemübungen
Entspannte Sitzposition
Nur noch sehr ruhig – primär für Aufrichtung, Komfort und mikrofeine Wechsel. Nicht mehr kräftigen. Wahrnehmen, entspannen, vorbereiten.

Warum Bergardi für Schwangere spannend ist

Viele Schwangere merken schnell: Sitzen ist plötzlich anstrengend. Der Rücken ermüdet, das Becken kippt, der Bauch zieht nach vorne. Genau hier ist das Bergardi-Konzept interessant, weil es Sitzen nicht als starres Halten versteht, sondern als kontrollierte, geführte Bewegung.

Medizinisch korrekt eingeordnet: Bergardi ersetzt kein Training – kann aber im Alltag eine sinnvolle Ergänzung sein, weil Bewegung regelmäßig statt nur punktuell stattfindet. Für viele Schwangere ist genau das wertvoll: häufige, kleine Bewegungswechsel, weniger „Einsacken“, weniger statische Belastung – und damit oft ein angenehmeres Sitzgefühl.


Wie Bergardi in der Schwangerschaft den Beckenboden unterstützt

Bergardi arbeitet mit einer geführten Sitzbewegung über eine laterale Achse. Dadurch bleibt die Wirbelsäule in leichter Aktivität, besonders im Bereich der Lendenwirbelsäule. Wenn die Lendenwirbelsäule stabil und aktiv bleibt, verbessert sich oft automatisch die Beckenposition. Und genau diese Beckenposition ist eine Grundlage dafür, dass der Beckenboden nicht permanent in ungünstiger Spannung „hängt“.

Praktisch bedeutet das im Alltag:

  • Du sackst weniger in eine passive Rundhaltung.
  • Du wechselst häufiger mit Mikrobewegungen die Belastung (statt stundenlang statisch zu bleiben).
  • Deine tiefe Rumpfmuskulatur bleibt eher aktiv, ohne dass du ständig daran denken musst.

Für viele Schwangere ist genau das ein echter Unterschied: weniger starres Sitzen, mehr „bewegliche Stabilität“ – ohne die Instabilität eines Gymnastikballs als Dauerlösung.

Konkrete Kombination für deinen Alltag

Wenn du es simpel halten willst, nutze diese Reihenfolge:

  • Morgens 2 Minuten Beckenbodentraining in der Schwangerschaft mit Atemkopplung.
  • Tagsüber Sitzen in der Schwangerschaft so gestalten, dass du regelmäßig wechselst.
  • Gymnastikball Schwangerschaft als kurze Aktiv-Pause statt als Dauerstuhl (wenn du dich damit sicher fühlst).
  • Bergardi als Alltagsbasis, wenn du viel sitzt und eine stabile, aktive Aufrichtung brauchst.
  • Schwangerschaftsrechner nutzen, um deine Woche im Blick zu behalten und dein Training passend anzupassen.

Fazit

Beckenbodentraining in der Schwangerschaft ist eine echte Gesundheitsbasis. Ein Gymnastikball Schwangerschaft kann dich sinnvoll unterstützen, wenn du sicher und kontrolliert damit arbeitest – jedoch eher als Übungsgerät als als Dauer-Sitzlösung. Und Sitzen in der Schwangerschaft sollte vor allem eines sein: beweglich, häufig unterbrochen und nicht starr. Mit Bergardi bekommst du zusätzlich eine Alltagslösung, die dich im Sitzen in leichter Aktivität hält und damit Haltung und Beckenposition unterstützen kann.

Beckenbodentraining in der Schwangerschaft - FAQs

Soll man den Beckenboden in der Schwangerschaft trainieren?

Ja – in den meisten Fällen ist Beckenbodentraining in der Schwangerschaft sinnvoll, weil Gewicht, Druck und hormonelle Veränderungen die Belastung erhöhen. Wichtig ist: sanft, technisch sauber und mit bewusster Entspannung statt Daueranspannen. Bei Blutungen, starken Schmerzen oder Risiken zuerst Ärztin/Hebamme fragen.

Wie trainiere ich meinen Beckenboden in der Schwangerschaft richtig?

Beckenboden trainieren klappt am besten über Atemkopplung: Beim Ausatmen den Beckenboden sanft anheben/aktivieren, beim Einatmen bewusst lösen. Achte darauf, nicht Gesäß, Oberschenkel oder Bauch zu verkrampfen. Lieber 5 saubere Wiederholungen als viele mit falscher Spannung.

Welche Beckenboden Übungen sind in der Schwangerschaft für Anfängerinnen geeignet?

Geeignet sind einfache Beckenboden Übungen wie kurze Aktivierungen im Sitzen (2–3 Sekunden halten, vollständig lösen), sanfte Beckenbewegungen und Atemübungen mit Entspannung. Ziel ist Wahrnehmung, Koordination und Kontrolle – nicht maximale Kraft.

Wie oft sollte ich Beckenbodentraining in der Schwangerschaft machen?

Für viele reicht Beckenbodentraining in der Schwangerschaft täglich 2–5 Minuten oder mehrere kurze Mini-Sessions pro Woche. Entscheidend ist die Qualität: sauber anspannen und vollständig lösen. Wenn Druck, Ziehen oder mehr Spannung entsteht, Intensität reduzieren und mehr Entspannung einbauen.

Kann man den Beckenboden in der Schwangerschaft auch zu viel trainieren?

Ja. Zu intensives Beckenbodentraining kann zu hoher Grundspannung führen (Übertonus) – mit Symptomen wie Klemmen, Druck oder Schwierigkeiten beim Loslassen. Dann gilt: weniger Kraft, mehr Atemkopplung und Entspannung; bei Unsicherheit ist Beckenboden-Physio sinnvoll.

Ist ein Gymnastikball in der Schwangerschaft gut für Beckenboden Übungen?

Ein Gymnastikball in der Schwangerschaft ist als Übungsgerät sinnvoll (kurze Aktiv-Pausen, Mobilisation, Beckenbewegung), aber meist keine gute Dauer-Sitzlösung, weil die Instabilität Rücken und Becken stark fordert. Nutze ihn lieber kurzzeitig und setze im Alltag auf stabiles, bewegliches Sitzen.

Was ist beim Sitzen in der Schwangerschaft am wichtigsten, um den Beckenboden zu entlasten?

Entscheidend ist weniger die perfekte Haltung, sondern regelmäßige Haltungswechsel: alle 30–45 Minuten kurz aufstehen oder bewegen. Sitzen in der Schwangerschaft sollte aufrecht, aber nicht gepresst sein, mit neutralem Becken und Füßen stabil am Boden. Kleine, kontrollierte Bewegungen im Sitzen können zusätzlich entlasten.

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Sitzwinkel 100-135°
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